Biesterberg Süd
Highlights
- Biesterberg Süd in Lemgo ist ein ehemaliges Truppenübungsgelände, das heute als Naturschutzgebiet genutzt wird.
- Der Berg hat eine Höhe von 218 Metern und war bis 1993 britische Militärbasis.
- Seit 2009 ist das 74 Hektar große Areal als Naturschutzgebiet ausgewiesen und beherbergt seltene Tier- und Pflanzenarten.
Tipps
- Besucher des Biesterbergs Süd in Lemgo finden dort ein ehemaliges Truppenübungsgelände, das heute als Naturschutzgebiet dient und zur Naherholung einlädt.
- Das Gelände eignet sich für Spaziergänge und botenreiche Wanderungen, wobei der südliche Teil besonders ruhig und naturbelassen ist.
- Auf dem Biesterberg lohnt sich ein Besuch der historischen Reste der Ballonhalle, die an die militärische Nutzung im Zweiten Weltkrieg erinnern.
Eigenschaften
Ausflug Natur Biesterberg Süd Lemgo
Der Biesterberg Süd liegt im südlichen Teil der Stadt Lemgo im Bundesland Rheinland-Pfalz und erhebt sich auf eine Höhe von 218 Meter über dem Meeresspiegel. Ursprünglich geprägt durch intensive militärische Nutzung, diente das Gelände bis 1993 als Truppenübungsplatz der britischen Besatzungsmacht. In den folgenden Jahren wurde der ehemalige Militärstandort schrittweise in ein Naturschutzgebiet umgewandelt, das heute eine Fläche von über 74 Hektar umfasst. Die Region rund um den Biesterberg Süd ist heute ein geschütztes Biotop mit seltenen Pflanzen- und Tierarten sowie vielfältigen Lebensräumen, darunter Magerrasen, Mischwälder und Feuchtbiotope.
Die Geschichte des Biesterbergs reicht weit zurück. Bereits im frühen Mittelalter bestand hier eine kleine Siedlung namens Bist, die im Zuge der Entwicklung der Stadt Lemgo allmählich aufgelöst wurde. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Gelände intensiv landwirtschaftlich genutzt, wobei durch Weidewirtschaft und Beweidung die natürliche Vegetation stark beeinflusst wurde. Im 20. Jahrhundert übernahm zunächst die deutsche Wehrmacht Teile des Geländes für militärische Zwecke, gefolgt von der britischen Armee, die hier unter anderem Panzerübungen und Nahkampfausbildungen durchführte. Südwestlich des Gipfels entstanden sogar Hallen zur Herstellung und zum Test von Fesselballons.
Seit der Übernahme durch den Deutschen Staat nach dem Abzug der Briten im Jahr 1993 wurde die zukünftige Nutzung zunächst intensiv diskutiert. Während zeitweise sogar Pläne für Windkraftanlagen bestanden, setzte sich ab dem Jahr 2000 der Naturschutz durch. Aufgrund seiner besonderen ökologischen Bedeutung wurde der Biesterberg schließlich zum Naturschutzgebiet erklärt. Seitdem wird das Areal extensiv gepflegt, unter anderem durch Beweidung mit Schafen, um die offenen Magerrasenflächen zu erhalten und Verbuschung zu verhindern. Das Gebiet beherbergt heute zahlreiche auf der Roten Liste geführte Arten wie den Fransenenzian, den Steinquendel oder den Neuntöter.
Das Naturschutzgebiet Biesterberg Süd grenzt im Süden an die sogenannte Landwehr, eine landschaftliche Struktur, die als historische Grenze zur angrenzenden Flur diente. Diese Linie markiert heute den südlichen Rand des Schutzgebiets und verbindet Natur und Geschichte auf eindrucksvolle Weise. Besucher des Biesterbergs können vielfältige Naturerlebnisse inmitten einer vielschichtigen Landschaft genießen, die sowohl geprägt ist von ihrer militärischen Vergangenheit als auch von ihrer heutigen ökologischen Bedeutung. Wanderwege und Rundgänge laden dazu ein, die besondere Flora und Fauna hautnah zu erleben.