Denkmal/Gedenkstätte

Wildflusslandschaft Isartal

83676 Jachenau

Highlights

  • Sie ist ein fast ungestörtes Flussökosystem und seit Jahren als Naturschutzgebiet ausgewiesen.
  • Typisch sind Gleithang- und Prallhangformationen sowie der hohe Anteil an Kies und Schwemmholz im Flussbett.

Tipps

  • Auf den Wegen bleiben, da das Gebiet Naturschutzgebiet ist und Lebensraum gefährdeter Arten.
  • Kiesbänke bieten gute Gelegenheit, verschiedene Gesteine der Nordalpen zu entdecken.
  • Bei Anreise von A95 oder A8 auf beschilderte Routen über Wallgau oder Lenggries folgen.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Wildflusslandschaft Isartal

Die Wildflusslandschaft Isartal in Jachenau zählt zu den eindrucksvollsten natürlichen Flusslandschaften Bayerns. Gelegen im Bundesland Bayern, erstreckt sich dieses über 16 Kilometer lange Naturschutzgebiet entlang des oberen Isartals zwischen Wallgau und Fall. Die Isar durchfließt hier ein breites Talbett und bildet eine dynamische Landschaft aus Haupt- und Nebenarmen, Kiesbänken, Altwässern und Auenwäldern. Diese Flussstrecke unterliegt einem ständigen Wandel – bereits ein Hochwasserereignis kann das Landschaftsbild grundlegend verändern.

Die Region ist geprägt durch steil aufragende Berge aus Hauptdolomit, während der Flusslauf aus zahlreichen Kiesbänken und wechselnden Flussrinnen besteht. Diese Kiesbänke bieten nicht nur einen idealen Standort für Beobachtungen der Auenvegetation, sondern ermöglichen auch Einblicke in die geologische Vielfalt der umliegenden Alpen. Vorherrschend sind graue Kalksteingerölle aus dem Karwendel, daneben finden sich rötliche Kalksteine des alpinen Jura sowie Gesteine aus den Zentralalpen, die vom Inngletscher transportiert wurden.

Obwohl seit dem Bau des Walchenseekraftwerkes Teile des Flusswassers abgeleitet werden, hat sich im Abschnitt zwischen Wallgau und Sylvensteinspeicher ein nahezu ungestörter Wildflusscharakter erhalten. Die Isar verlagert hier kontinuierlich ihr Flussbett, was zu einem ständigen Wandel der Landschaft führt. Typisch für diese Wildflussdynamik sind Prall- und Gleithänge, an denen Erosion und Sedimentation im Wechselspiel stehen. An Prallhängen wird intensiv Material abgetragen, während an Gleithängen Ruhe einkehrt und sich Pioniervegetation ansiedeln kann.

Die Wildflusslandschaft Isartal ist seit vielen Jahren als Naturschutzgebiet ausgewiesen und beherbergt Lebensräume vieler gefährdeter Arten. Sie dient als anschauliches Beispiel für die Prozesse eines naturnahen Flusssystems und wird vom Landesamt für Umwelt Bayern betreut. Zahlreiche informative Schautafeln entlang der Strecke vermitteln ergänzende geologische und ökologische Hintergrundinformationen. Die Landschaft zieht Besucher mit ihrem unberührten Charakter und dem beeindruckenden Panorama an – ein Ort, der die Dynamik der Natur sichtbar macht.

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