Museum

Bergbaumuseum Siciliaschacht

Am Siciliaschacht, 57368 Lennestadt

Highlights

  • Das Bergbaumuseum Siciliaschacht zeigt eine vollständig erhaltene Schachtanlage mit Exponaten zur Erzförderung und Aufbereitung von Schwerspat, Zink- und Bleierzen.
  • Im Meggener Becken entstanden durch vulkanische Aktivität Erzlager mit Schwefelkies, Zinkblende und Bleiglanz, die ab 1890 industriell abgebaut wurden.
  • Während des Zweiten Weltkriegs stieg die Förderung durch Zwangsarbeiter auf über eine Million Tonnen Schwefelkies jährlich an, ein Rohstoff für die Schwefelsäureproduktion.

Tipps

  • Die Führung bietet Einblicke in historische Abbau- und Aufbereitungsmethoden von Schwerspat und Zinklauge durch originale Maschinen und Werkzeuge.
  • Im Museum werden geologische Prozesse erklärt, die zur Entstehung des Erzlagers im Meggener Becken führten, insbesondere die Rolle von Schwefelkies und Schwerspat.
  • Ein Film zeigt die industrielle Nutzung des geförderten Schwefelkieses für die Schwefelsäureproduktion, insbesondere während des Zweiten Weltkriegs.

Eigenschaften

Bei Regen geeignet Bildung Kulturell Ganzjährig

Bergbaumuseum Siciliaschacht Lennestadt – Kultur-Ausflug

Das Bergbaumuseum Siciliaschacht in Lennestadt ist ein faszinierendes Zeugnis der regionalen Bergbaugeschichte und ein bedeutendes Kulturdenkmal. In der vollständig erhaltenen Schachtanlage „Sicilia“ wird die jahrhundertelange Erzförderung und Verarbeitung lebendig. Das Museum bietet einen einzigartigen Einblick in die unterirdischen Abbauverfahren sowie die industriellen Prozesse, die hier seit dem späten 19. Jahrhundert betrieben wurden.

Im Zentrum des Meggener Beckens, einem etwa drei mal drei Kilometer großen Gebiet, lagerten wertvolle Erze wie Schwefelkies, Zinkblende und Bleiglanz, umgeben von Schwerspat. Diese Rohstoffe waren Grundlage für die Herstellung von Lithopone, einem wichtigen Weißpigment, das in der chemischen Industrie weit verbreitet war. Die Schachtanlage diente zudem als Rohstoffquelle für Schwefelsäure, einem zentralen Bestandteil der Industrieproduktion.

Besonders eindrucksvoll ist die Darstellung der historischen Arbeitsbedingungen und der technologischen Entwicklungen. Durch Exponate, informative Texte und einen Film wird der Besucher durch die unterirdischen Gänge geführt und erfährt, wie die Erze abgebaut, aufbereitet und weiterverarbeitet wurden. Die Anlage spiegelt auch die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen wider, die durch den Bergbau geprägt wurden.

Die Geschichte des Siciliaschachts ist eng mit der Region verbunden und zeigt, wie der Abbau von Schwerspat und anderen Erzen die lokale Wirtschaft prägte. Obwohl die Vorräte bereits in den 1970er Jahren erschöpft waren, bleibt die Anlage als technisches Denkmal ein wichtiger Bestandteil des kulturellen Erbes. Das Museum bietet somit nicht nur einen Blick in die Vergangenheit, sondern auch eine Auseinandersetzung mit den Herausforderungen und Erfolgen des Bergbaus in Lennestadt.

Für Kulturinteressierte und Geschichtsbegeisterte ist das Bergbaumuseum Siciliaschacht ein Muss. Es verbindet anschaulich Technik, Wirtschaft und Alltagsgeschichte und macht die Bedeutung des Bergbaus für die Region nachvollziehbar. Die Führung durch die historische Schachtanlage vermittelt ein authentisches Gefühl für die Arbeit und den Aufwand, die hinter der Rohstoffgewinnung standen.

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