Denkmal/Gedenkstätte

Borlachturm

Borlachpl. 2, 06231 Bad Dürrenberg

Tipps

  • Das Borlachmuseum im Bad Dürrenberger Borlachturm zeigt die Geschichte der Salzgewinnung und Soleförderung in der Region.
  • Der Turm wurde nach Johann Gottfried Borlach benannt, der maßgeblich an der Erschließung der Solequellen beteiligt war.
  • In unmittelbarer Nähe befindet sich das Gradierwerk, das zur Verdunstung der Sole genutzt wurde.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Borlachturm

Der Borlachturm in Bad Dürrenberg ist ein markantes Bauwerk im Saalekreis in Sachsen-Anhalt und zählt heute zu den bedeutenden Kulturdenkmälern der Region. Er steht unweit des Gradierwerks und prägt durch seine exponierte Lage oberhalb der Saale das Stadtbild nachhaltig. Nicht nur optisch, sondern auch im Wappen der Stadt findet der Turm Erwähnung – ein Zeugnis seiner historischen Bedeutung für Bad Dürrenberg. Der Turm beherbergt heute das Borlachmuseum, das sich mit der Geschichte der Salzgewinnung in der Gegend beschäftigt.

Benannt ist der Borlachturm nach Johann Gottfried Borlach, einem kurfürstlich-sächsischen Bergrat, der maßgeblichen Anteil am Bau des Förderturms hatte und damit die Solegewinnung in der Region ermöglichte. Der zugehörige Borlachschacht reicht 223 Meter tief in den Untergrund und war ein zentraler Bestandteil der Salzproduktion. Die Sole wurde mithilfe des Turms zu Tage gefördert und später in Salz umgewandelt. Diese Technik war entscheidend für die wirtschaftliche Entwicklung der Gegend und machte Bad Dürrenberg zu einem wichtigen Industrie- und später Badeort.

In unmittelbarer Nähe des Borlachturms steht der Witzlebenturm, benannt nach Georg Hartmann von Witzleben, der im frühen 19. Jahrhundert Salinedirektor in Bad Dürrenberg war. Auch dieser Turm diente der Soleförderung und war über einen Querschacht mit dem Borlachturm verbunden. Heute beherbergt der Witzlebenturm unter anderem einen Nachbau einer Dampfmaschine, die bei bestimmten Anlässen besichtigt werden kann. Während der ursprüngliche Witzlebenschacht mittlerweile verfüllt ist, bleibt das technische Erbe in Form von Exponaten im Museum lebendig.

Das Borlachmuseum im Inneren des Turms bietet Einblicke in die Technik und Geschichte der Salzgewinnung. Ausgestellt sind unter anderem historische Werkzeuge wie Salzkrücken, Siedekörbe und Salzschaufeln sowie Modelle der alten Wasserkunst. Besucher erfahren hier, wie Sole gewonnen, verarbeitet und schließlich zu Siedespeisesalz umgewandelt wurde. Die Ausstellung würdigt nicht nur die technischen Errungenschaften, sondern auch die Menschen hinter der Industrie – von Johann Gottfried Borlach bis hin zu den einfachen Arbeitern in den Salinen.

Der Borlachturm ist somit mehr als nur ein architektonisches Bauwerk – er ist ein lebendiges Zeugnis der industriellen Geschichte Sachsens-Anhalts. Seine enge Verbindung zur Solegewinnung und zur Entwicklung Bad Dürrenbergs macht ihn zu einem lohnenswerten Ausflugsziel für Interessierte der Regionalgeschichte, Technik und Kultur. Die Lage am Fluss Saale und die Verbindung zum Gradierwerk unterstreichen zudem den landschaftlichen Reiz dieses Denkmals, das bis heute ein Wahrzeichen der Stadt bleibt.

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