Kirche/Kloster

Ev. Kirche

Kirchstraße, 35104 Lichtenfels

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Ev. Kirche Lichtenfels - Kultureller Ausflug in die Sakralbauten der Region

Die Evangelische Kirche in Dalwigksthal ist ein geschichtsträchtiges Sakralgebäude im Ortsteil Dalwigksthal der Gemeinde Lichtenfels im hessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg. Etwa einen Kilometer westlich unterhalb der Burg Lichtenfels gelegen, thront die Kirche am Fuße des Burgbergs, eines Nordostausläufers des Eisenbergs. Das denkmalgeschützte Gebäude befindet sich in der Straße „Am Stadtberg“ und bildet seit dem 1. Januar 2026 zusammen mit den ehemaligen Kirchengemeinden Sachsenberg, Neukirchen und Münden die neue Kirchengemeinde Süd-Lichtenfels innerhalb des Kirchenkreises Twiste-Eisenberg im Sprengel Marburg der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck.

Die Kirche wurde im frühen 14. Jahrhundert als Ersatz einer mittelalterlichen Kapelle errichtet, die einst als Familiengrabstätte der adeligen Familie von Dalwigk diente. Der älteste erhaltene Teil des Bauwerks ist der gotische Chor, der ursprünglich als Fünfachtelschluss konzipiert wurde und heute noch den ursprünglichen Steinboden im Fischgrätmuster aufweist. Im Jahr 1620 folgte der Neubau des Kirchenschiffs, wie durch eine entsprechende Datumsangabe über dem Eingangsportal belegt. Das Dachgeschoss wurde später im Fachwerkstil errichtet, und der quadratische Dachreiter über dem Portal wird von einem achtseitigen Spitzhelm mit Kugelabschluss gekrönt.

Das Innere der Kirche besticht durch eine schlichte, dennoch historisch wertvolle Ausstattung. Die Flachdecke wird von zwei Paaren schmuckloser Holzsäulen getragen, während im Chor noch Spuren ehemaliger Gewölbeansätze sichtbar sind. Besonders sehenswert sind die zwei historischen Grüfte an der Ost- und Westseite des Chors, die den katholischen und lutherischen Zweig der Familie von Dalwigk beherbergen. Die Empore im Norden ziert eine Brüstung mit 38 Wappen aus dem 17. Jahrhundert. Die Kanzel stammt aus dem Jahr 1630, und zahlreiche Grabplatten aus Eisen und Sandstein prägen das Erscheinungsbild des Kirchenschiffs. Eine Glocke aus dem Jahr 1680, gegossen vom Marburger Glockengießer Johannes Schirnbein, erinnert an die handwerkliche Tradition der Region.

Besondere künstlerische Highlights sind vier Tafeln eines um 1520 entstandenen Altarretabels, das ursprünglich in der Kirche von Münden aufgestellt war. Die temperamalenden Holztafeln stammen aus der Werkstatt des Klosters Meitersdorf und zeigen Szenen aus der Passion Christi sowie verschiedene Heilige. Sie wurden im 19. Jahrhundert auf dem Dachboden der Dorfkirche von Münden entdeckt und später in die Kirche nach Dalwigksthal überführt, wo sie heute an der Ostwand des Chors hängen.

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