Museum

Schroederstollen

38704 Liebenburg

Highlights

  • Der Schroederstollen ist ein ehemaliger Bergwerksstollen am südlichen Salzgitter-Höhenzug bei Liebenburg.
  • Er wurde 1922 von der Ilseder Hütte begonnen und 1925 mit der -60-Meter-Sohle des Bergwerks Georg-Friedrich durchschlagen.
  • Seit 2006 wird der Stollen von Bergbauinteressierten restauriert und soll als Museum dienen.

Tipps

  • Ein Besuch lohnt sich besonders für technik- und bergbaubegeisterte Personen, da die Anlage historische Einblicke in den Bergbau bietet.
  • Die Ausstellung ist sehenswert und wird von engagierten Helfern betreut, die viel Wissen über die Geschichte des Stollens mitbringen.

Eigenschaften

Bei Regen geeignet Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Schroederstollen

Der Schroederstollen in Liebenburg, Landkreis Goslar, Niedersachsen, ist ein ehemaliger Bergwerksstollen am südlichen Salzgitter-Höhenzug und zählt heute zu den besonderen Kultur- und Ausflugszielen der Region. Ursprünglich im Jahr 1922 von der Ilseder Hütte angelegt, diente der Stollen dazu, den Transportweg für Eisenerz von der Grube Georg-Friedrich zur Verladestelle in Salzgitter-Calbecht zu verkürzen, übertägige Grubenwasser ableiten und geologische Untersuchungen im Bergbau zu ermöglichen. Benannt wurde er nach dem Landesgeologen Dr. Henry Schroeder. Mit einer Länge von über 2200 Metern, einer Höhe von 2,5 Metern und einer Breite von 3,4 Metern zählt er zu den größeren Stollenanlagen der ehemaligen Eisenerzgewinnung im Harzvorland.

Ab 1924 entstand parallel zum Stollen eine eigene Schmalspurbahn mit einer Spurweite von 780 mm, die sich durch den Liebenburger Staatswald zog. Die Strecke wurde zunächst mit Dampflokomotiven befahren, ab 1934 kamen elektrische Oberleitungsloks zum Einsatz. Die Züge transportierten das abgebauten Erz in sogenannten „Berliner“-Waggons über eine Strecke von rund 14,7 Kilometern bis zur Verladestation in Calbecht. Der Stollen selbst war mit einer leichten Neigung gebaut, um den natürlichen Wasserabfluss zu gewährleisten. Bis 1968 blieb der Schroederstollen im Einsatz, ehe er nach der Stilllegung der Grube Georg-Friedrich aufgegeben wurde und schließlich verschüttet wurde.

Im Jahr 2006 gründete sich eine Arbeitsgemeinschaft aus Bergbauenthusiasten, um den historischen Zugang zum Stollen freizulegen und die Anlage zu restaurieren. Ziel war es, das Bergwerksdenkmal zu erhalten und ein Museum rund um die Geschichte des Eisenerzabbaus und der Stollentechnik zu etablieren. Heute wird am Standort nicht nur an der Wiederherstellung der Infrastruktur gearbeitet, sondern auch eine Sammlung historischer Grubenfahrzeuge gepflegt. Besucher können an ausgewählten Tagen an Fahrtagen teilnehmen und die Fahrzeuge hautnah erleben. Führungen im Stollen sind je nach Restaurationsstand möglich und bieten einen spannenden Einblick in die untertägige Welt des 20. Jahrhunderts.

Der Schroederstollen ist ein lebendiges Beispiel für die industriekulturelle Geschichte der Region rund um Salzgitter und Goslar. Die ehrenamtliche Arbeit der Fördergemeinschaft trägt maßgeblich dazu bei, die technische und wirtschaftliche Entwicklung des deutschen Eisenerzbergbaus für zukünftige Generationen sichtbar zu machen. Mit über 1800 Bewertungen und einer durchschnittlichen Bewertung von 4,3 von 5 Sternen genießt der Schroederstollen bei Besuchern einen hervorragenden Ruf. Besonders hervorgehoben wird das Engagement der ehrenamtlichen Helfer, die mit großem Sachverstand und viel Leidenschaft die Geschichte des Bergbaus lebendig werden lassen.

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