See

Großer Plagesee

16248 Liepe

Highlights

  • Der Große Plagesee liegt im Landkreis Barnim in Brandenburg und gehört zum Naturschutzgebiet Plagefenn.
  • Er entstand durch Gletscheraktivitäten der Weichselkaltzeit und hat eine Fläche von 65,9 Hektar.
  • Der See wird seit 1258 urkundlich erwähnt und lag bereits in der Steinzeit Siedlungen in seiner Nähe.

Tipps

  • Der Große Plagesee ist ein Naturschutzgebiet – Besucher sollten geschützte Bereiche meiden und sich an bestehenden Wegen halten.
  • Im Sommer kann es zu Algenblüte kommen, daher ist Baden nicht empfohlen und Trinkwasser ist nicht verfügbar.
  • Der See eignet sich für beobachtungsnahes Wandern und Vogelbeobachtung, besonders in den frühen Morgenstunden.

Eigenschaften

Outdoor Familie Entspannt Ganzjährig

Über Großer Plagesee

Der Große Plagesee liegt im brandenburgischen Liepe im Landkreis Barnim und zählt zu den nennenswerten Gewässern der Region. Das rund 66 Hektar große Wasserfläche erstreckt sich über eine Länge von etwa 1655 Metern und weist eine maximale Breite von knapp 750 Metern auf. Der See liegt in einem Gletscherzungenbecken, das während der Weichselkaltzeit entstand. Er ist Teil des Naturschutzgebiets Plagefenn und gehört somit zu einem besonders geschützten Gebiet, das auch die angrenzenden Feuchtgebiete und Moore umfasst.

Die Entstehung des Sees ist eng mit der Eiszeitgeschichte der Region verbunden. Das Becken entstand durch abschmelzende Gletscher und bildete später mehrere Toteiskessel, in deren Zentrum sich heute der Große und der Kleine Plagesee befinden. Die Uferzonen sind geprägt von Verlandungsprozessen, die im Laufe der Jahrtausende Moore entstehen ließen. Im Westen grenzt der See an feuchte Moorwälder, während im Osten Ackerflächen vorherrschen. Diese landschaftliche Vielfalt trägt zur ökologischen Bedeutung des Gewässers bei.

Der Große Plagesee ist ein nur mäßig kalkhaltiger, ungeschichteter See mit einem relativ großen Einzugsgebiet. Die tiefste Stelle des Sees erreicht eine Tiefe von etwa 5,70 Metern. Die Wasserqualität wurde in den letzten Jahren durch erhöhte Nährstoffeinträge beeinträchtigt. Nach Angaben der EG-Wasserrahmenrichtlinie lag der ökologische Zustand 2017 bei der Bewertungsstufe 4, was einem „unbefriedigenden Zustand“ entspricht. Auch die biologischen Qualitätskomponenten wie Makrophyten, Diatomeen und Phytoplankton erreichten diesen Wert. Der chemische Zustand wurde mit 3 bewertet, was als „mäßiger Zustand“ gilt.

Die Geschichte des Großen Plagesees reicht weit zurück. Bereits in der Steinzeit war die Region besiedelt, was durch archäologische Funde belegt wird. Auf dem ehemaligen Plagewerder, einer ehemaligen Insel, die heute eine Landzunge darstellt, wurden Keramikscherben aus der Bronzezeit entdeckt. Ein bronzezeitliches Tüllenbeil wurde in der Nähe des Sees auf dem Herrscherberg gefunden. Die slawische Siedlung Plawe, erstmals 1258 urkundlich erwähnt, lag vermutlich am Ufer des Sees. Im Laufe der Jahrhunderte verschwand die Siedlung jedoch vollständig, möglicherweise infolge steigender Wasserstände, die den See auf natürliche Weise vergrößerten.

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