PURPLE PATH - "Delicious Monster" von Hoda Tawakol
Highlights
- PURPLE PATHs ‚Delicious Monster‘ verbindet Bergbaugeschichte mit industrieller Identität Limbach-Oberfrohnas – von mittelalterlichen Pingen bis zur Strumpfmanufaktur Esche.
- Die Installation reflektiert die Wechselwirkung von Handwerk, Moderne (Villa Esche) und lokaler Kunsttradition in einem der ältesten Fabrikstandorte Sachsens.
- Am Apollo Filmtheater (seit 1910) und der ehemaligen Gießerei Lauchhammer verknüpft das Projekt historische Materialität mit zeitgenössischer Kunst.
Eigenschaften
Kultur-Denkmal Limbach-Oberfrohna: Purple Path „Delicious Monster“
Der PURPLE PATH – „Delicious Monster“ von Hoda Tawakol in Limbach-Oberfrohna ist ein künstlerisches Werk, das die komplexe Geschichte und Identität des Ortes auf faszinierende Weise verknüpft. Die Installation greift die vielschichtige Vergangenheit des Bergbau- und Industriestandorts auf, der seit dem Mittelalter von wirtschaftlichem Wandel geprägt ist. Am Ulrichsberg zeugen noch heute Pingen und Halden von der jahrhundertelangen Bergbautradition des Wolkenburger Reviers, die sich wie ein „invertiertes Wurzelgeflecht“ durch die Landschaft ziehen.
Besonders markant ist die Verbindung zur lokalen Unternehmerdynastie der Familie Esche, deren Einfluss sich von der Textilproduktion bis zur künstlerischen Gestaltung erstreckte. Im 19. Jahrhundert entwickelte der Limbacher Johann Georg Esche einen Strumpfwirkerstuhl nach französischem Vorbild, der später die Grundlage für die Expansion der Limbacher Strumpfmanufaktur bildete. Diese zog 1870 nach Chemnitz und machte die Stadt zu einem Zentrum der europäischen Textilindustrie. Die Nähe zum Apollo Filmtheater, das 1910 als zweitälteste Textilfabrik des Ortes entstand, unterstreicht zudem die Verbindung von Handwerk, Industrie und Kultur.
Die Skulptur „Delicious Monster“ von Hoda Tawakol steht dabei symbolisch für die Verschmelzung historischer und moderner Schichten. Sie thematisiert nicht nur die physischen Spuren des Bergbaus, sondern auch die mentalen und kulturellen Narrative, die Limbach-Oberfrohna prägen. Das Werk lädt Besucher:innen ein, die Spuren der Vergangenheit – von den antiken Eisenguss-Skulpturen des 18. Jahrhunderts bis zu den Jugendstil-Villen der Esche-Familie – mit den heutigen künstlerischen und industriellen Impulsen in Einklang zu bringen.
Direkt am Standort erinnert zudem die historische Gießerei in Lauchhammer an die Tradition des Eisengusses, die seit dem 18. Jahrhundert Kunstwerke für klassizistische Bauprojekte lieferte. Gegenüber befindet sich eine Konditorei, die einst mit dem Betrieb eines Stummfilmkinos verbunden war – ein weiterer Beleg für den kulturellen Austausch, der Limbach-Oberfrohna prägte. Der PURPLE PATH wird so zum Ort der Reflexion über industriellen Fortschritt, künstlerische Innovation und die lebendige Erinnerungskultur der Region.
Für Besucher:innen bietet die Installation eine einzigartige Möglichkeit, die Geschichte des Ortes nicht nur als Faktenwissen, sondern als sinnliche Erfahrung zu begreifen. Ob als Teil einer geführten Tour, einer Wanderung oder einer kreativen Exkursion – der PURPLE PATH verbindet Natur, Industrie und Kunst zu einem besonderen Erlebnis. Er zeigt, wie aus einem Bergbaugebiet eine Stadt mit globalem Einfluss wurde und wie diese Entwicklung bis heute nachwirkt.