Kirche/Kloster

Tal der schwarzen und weißen Hirsche

Neutalstraße 1, 67473 Lindenberg

Highlights

  • Die Cyriakuskapelle in Lindenberg steht auf den Ruinen der ehemaligen Lindenburg.
  • Der hl. Cyriakus gilt als Patron der Winzer und wird jährlich mit Trauben geschmückt.
  • Die Kapelle wurde 1556 aus Quadern der Burgruine erbaut und besitzt ein Tonnengewölbe.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Über Tal der schwarzen und weißen Hirsche

Die Kapelle St. Cyriakus thront über dem pfälzischen Lindenberg und bildet einen markanten kulturellen und sakralen Anziehungspunkt inmitten der malerischen Landschaft des Landkreises Bad Dürkheim. Bekannt als „Tal der schwarzen und weißen Hirsche“, eröffnet sich von der Kapelle aus ein beeindruckender Blick über das Tal, der nicht nur Wanderer und Wallfahrer, sondern auch Naturliebhaber und Suchende nach Ruhe und Besinnung anzieht. Der Name des Tals verweist dabei auf eine tiefere Symbolik, die mit der sakralen Ausrichtung des Ortes und seiner landschaftlichen Einbettung verbunden ist.

Die Kapelle selbst erhebt sich am Hang des Burgberges direkt im Wallgraben der ehemaligen Lindenburg, deren steinerne Überreste in den Baustoff des Kirchleins eingeflossen sind. Das Gebäude wurde im 16. Jahrhundert erbaut und steht eng mit der Geschichte der Region sowie der Verehrung des Heiligen Cyriakus verbunden, des Schutzpatrons der Winzer und Weinbauern. Im Inneren der Kapelle wird der Heilige traditionell mit den ersten reifen Trauben des Jahres geschmückt, wenn die Winzer am Sonntag vor oder nach dem Cyriakustag im frühen August wallfahrten, um einen guten Weinbergsertrag zu erbitten. Die sakrale Funktion des Ortes spiegelt sich auch im Freialtar vor der Kapelle wider, der auf einem von Steinbrüchen geprägten Platz steht.

Der hl. Cyriakus, ursprünglich römischer Soldat, zog sich nach seinem Martyrium als Diakon in eine Klause in der Nähe der Kapelle zurück. Legenden zufolge unternahm er von dort aus regelmäßige Wege nach Deidesheim, wo sich ihm das Stadttor wunderbarerweise öffnete – bis zu dem Tag, an dem er einen Wingertspfahl entnahm, um sich abzustützen. Erst nach seiner Rückgabe öffnete sich das Tor erneut. Diese Sage verdeutlicht die enge Verbindung zwischen der Kapelle, der Weinbaugemeinschaft und dem Glauben. Auch die Lage der Kapelle hoch über dem Dorf mag symbolisch sein: Sie könnte dazu dienen, böse Wetter abzuwenden und das Rebland vor Unwettern zu schützen – eine Deutung, die mit der nahegelegenen Wetterkreuz-Tradition westlich des Dorfes einhergeht.

Der Weg zur Kapelle führt steil und beschaulich von der Straße aus etwa 500 Meter bergan. Besucher berichten von einem wunderbaren Ort der Stille und Erholung, der sich ideal für einen Rückzug aus dem Alltagsstress eignet. Der Rastplatz vor der Kapelle lädt zum Verweilen ein und bietet einen hervorragenden Ausblick ins Tal. Obwohl Parkplätze in unmittelbarer Nähe rar sind, finden sich einige wenige Stellplätze in der näheren Umgebung. Die Kapelle selbst ist eine geschmackvoll sanierte Sakralstätte mit Tonnengewölben und einem kleinen hölzernen Dachreiter, in dem eine Glocke erklingt.

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