Dolomitsteinbruch Linde
Highlights
- Der Dolomitsteinbruch Linde ist ein Naturschutzgebiet bei Lindlar mit einer Fläche von etwa 14,6 Hektar.
- Das Gebiet schützt Trockenrasen, Felsbiotope und artenreiche Laubwälder sowie geologische Besonderheiten wie das devonische Korallenriff.
- Lebensräume für Fledermäuse, Schmetterlinge, Spinnen und Reptilien werden erhalten und gefördert.
Tipps
- Das Gelände ist teilweise steil und felsig – geeignete Schuhe werden empfohlen.
- Offene Flächen und Felswände sind Lebensräume seltener Arten – Störungen vermeiden.
- Der Steinbruch dient als Trittstein im Biotopverbund – auf gekennzeichneten Wegen bleiben.
Eigenschaften
Über Dolomitsteinbruch Linde
Der Dolomitsteinbruch Linde ist ein Naturschutzgebiet in der Gemeinde Lindlar im Rheinisch-Bergischen Kreis in Nordrhein-Westfalen. Das rund 14,5 Hektar große Areal umfasst einen ehemaligen Kalksteinbruch, der sich zwischen den Ortsteilen Unterammer und Linde befindet. Durch den historischen Dolomitabbau entstanden mehrere Terrassen, die im Westen und Osten von senkrechten Felswänden begrenzt werden. Im Süden zeigen sich stark geneigte Schichthänge, die zum Teil bereits von Vegetation überwachsen sind. Die offenen Flächen des Steinbruchs werden heute von Magerrasen und ruderalisierten Pflanzengesellschaften geprägt, während sich inzwischen auch Vorwälder etabliert haben.
Das Gebiet gilt als Inselbiotop in der von Silikatgestein geprägten Region des Bergischen Lands und weist eine hohe ökologische Bedeutung auf. Insbesondere die offenen, nordexponierten Schichthänge bieten Lebensraum für eine Vielzahl an Tierarten, darunter Fledermäuse, Schmetterlinge, Spinnen sowie verschiedene Arten von Amphibien und Reptilien. Auch die Flora ist artenreich: Neben typischen Magerrasenpflanzen finden sich seltene Arten wie die Mauerraute oder die blaugrüne Segge. Im Westen grenzen naturnahe Laubwälder an das Schutzgebiet, die über eine hohe strukturelle Vielfalt verfügen und heimische Baumarten wie Rotbuche, Hainbuche, Eiche und Esche beherbergen.
Ein weiterer Schwerpunkt des Naturschutzes liegt auf der geologischen und paläontologischen Bedeutung des Steinbruchs. Hier lassen sich Spuren eines devonischen Korallenriffs sowie des sogenannten „schwarzen Bergischen Marmors“ finden – ein Zeugnis ehemaliger Meeresablagerungen. Diese besonderen geologischen Formationen tragen zur Forschung und zum Verständnis der Erdgeschichte der Region bei. Das Schutzziel des Gebiets umfasst den Erhalt und die Entwicklung der offenen Fels- und Steilhangbiotope sowie der artenreichen Magerrasen. Dabei spielt die Verhinderung weiterer Verbuschung eine zentrale Rolle, um die Lebensräume gefährdeter Arten langfristig zu sichern.
Das Naturschutzgebiet ist Teil des regionalen Biotopverbunds und fungiert als wichtiger Trittstein für verschiedene Tier- und Pflanzenarten. Trotz seiner Nähe zu Siedlungsgebieten bietet der Steinbruch aufgrund seiner strukturellen Vielfalt und Abgeschiedenheit Lebensraum für zahlreiche geschützte Arten. Die Vielfalt an Biotoptypen – von Felsen und Steinbruchflächen bis hin zu Laubwäldern und temporären Kleingewässern – unterstreicht die Bedeutung des Areals für den Naturschutz im Bergischen Land. Die Fläche wird seit den 1980er Jahren rechtlich geschützt, wobei der Schutzstatus fortlaufend Bestand hat.