Emmy Hill
Highlights
- Emmy Hill ist eine Initiative in Gelnhausen, die sich der Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus widmet.
- Die Gruppe setzt sich aktiv für die Verlegung von Stolpersteinen vor historischen Wohnorten der Opfer ein.
- Das Projekt folgt dem Motto von Gunter Demnig: 'Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist.'
Tipps
- Besucher können sich über die Geschichte der Stolpersteine in Gelnhausen informieren und den Opfern des Nationalsozialismus an historisch authentischen Orten gedenken.
- Vor Ort lassen sich die eingelassenen Gedenksteine vor den Häusern finden, in denen die betroffenen Personen zuletzt lebten.
- Interessierte haben die Möglichkeit, über die Interessengemeinschaft Spenden für weitere Stolpersteine zu unterstützen.
Eigenschaften
Über Emmy Hill
Der Emmy Hill ist eine denkmalgeschützte Gedenkstätte in Gelnhausen, die im Rahmen des Projekts „Stolpersteine“ entstanden ist. Diese Initiative des Künstlers Gunter Demnig verfolgt das Ziel, die Namen der Opfer des Nationalsozialismus an den Orten ihres letzten Wohnens wieder sichtbar zu machen. Jeder Stolperstein besteht aus einem 10 mal 10 Zentimeter großen Stein mit einer Messingplatte, die in den Boden vor dem betreffenden Gebäude eingelassen wird. Die Platte trägt den Namen des Opfers sowie Angaben zu Geburtsdatum, Todesdatum und Todesort.
Die Verlegung der ersten 35 Stolpersteine in Gelnhausen erfolgte im Jahr 2009 durch Gunter Demnig. Die Aktion fand im Beisein von über 100 Zuschauerinnen und Zuschauern statt und wurde vom damaligen Bürgermeister der Stadt, Thorsten Stolz, begleitet. Seitdem hat sich die Interessengemeinschaft Stolpersteine Gelnhausen zum Ziel gesetzt, möglichst viele Schicksale der NS-Opfer wieder sichtbar zu machen und deren Erinnerung wachzuhalten. Die Gedenksteine erinnern an jüdische Bürgerinnen und Bürger sowie an weitere von der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft betroffene Personen.
Die Recherchearbeit zur Identifizierung der Opfer wird von einer engagierten Gruppe von Bürgerinnen und Bürgern durchgeführt, darunter Historikerinnen und Historiker, Pfarrer im Ruhestand sowie lokale Expertinnen und Experten für Regionalgeschichte. Die Gruppe besteht seit 2008 und wird unterstützt durch das Zentrum für Regionalgeschichte des Main-Kinzig-Kreises. Die Ergebnisse der Recherchen fließen in die Verlegung weiterer Stolpersteine ein und tragen dazu bei, die Geschichte der Stadt und ihrer Bewohner während der NS-Zeit zu dokumentieren.
Die Stolpersteine in Gelnhausen sind Teil eines internationalen Projekts, das mittlerweile mehr als 42.000 Gedenksteine an über 500 Orten umfasst. Mit dem Motto „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“ verfolgt Gunter Demnig das Ziel, die Erinnerung an die Einzelschicksale lebendig zu erhalten. Die Steine sind keine zentralen Gedenkorte, sondern befinden sich direkt vor den letzten Wohnadressen der Opfer – unauffällig, aber dennoch präsent im Alltag der Stadt.
Die Interessengemeinschaft Stolpersteine Gelnhausen bietet auf ihrer Website umfangreiche Informationen zu den verlegten Steinen, zu den Opfern sowie zu den Hintergründen des Projekts. Neben Texten und Bildern von Verlegungsfeiern werden auch Kontaktdaten und Spendenmöglichkeiten bereitgestellt. Jeder Stolperstein kostet etwa 120 Euro, Spenden werden von der Stadt Gelnhausen bescheinigt. Die Initiative lebt vom ehrenamtlichen Engagement und der Bereitschaft der Bürgerinnen und Bürger, sich aktiv an der Erinnerungskultur zu beteiligen.