St. Wenzeslaus (Litzendorf)
Highlights
- Die Pfarrkirche St. Wenzeslaus in Litzendorf wurde 1715–1718 im Barockstil erbaut.
- Sie ist eine der wenigen Landkirchen, an deren Bau der Bamberger Hofbaumeister persönlich beteiligt war.
- Die Kirche steht am Nordostrand des Dorfes und bildet ein Ensemble mit Rathaus und Pfarrhof.
Tipps
- Vom Dorf aus ist der goldgelbe Sandsteinbau der Kirche von Weitem sichtbar, ideal für einen Spaziergang im Ellertal.
- Ein kurzer Abstecher zum Weihnachtsmarkt lohnt sich, wenn er stattfindet – gemütlich und klein, aber fein.
Eigenschaften
Über St. Wenzeslaus (Litzendorf)
Die Pfarrkirche St. Wenzeslaus in Litzendorf-Naisa im Landkreis Bamberg zählt zu den bedeutenden barocken Sakralbauten Oberfrankens. Errichtet im frühen 18. Jahrhundert, steht sie am Nordostrand des Dorfes und bildet zusammen mit dem benachbarten Rathaus und Pfarrhaus ein stimmiges historisches Ensemble. Die Kirche ist aus leuchtend gelbem Eisensandstein erbaut, der sie von weitem sichtbar macht, insbesondere von der Staatsstraße aus, die von Bamberg her führt. Der Chorturm mit seinen Scharwachttürmen trägt noch gotische Züge, während das Langhaus im barocken Stil errichtet wurde.
Die ursprüngliche Kirche am Standort war bereits im Mittelalter eine dem heiligen Wenzeslaus geweihte Kapelle, die später zu einer eigenständigen Pfarrei ausgebaut wurde. Der heutige barocke Bau entstand nach Plänen des Bamberger Hofbaumeisters Johann Dientzenhofer, nachdem der Vorgängerbau baufällig geworden war. Die Bauarbeiten begannen Mitte des 18. Jahrhunderts und wurden innerhalb weniger Jahre weitgehend abgeschlossen. Besondere Aufmerksamkeit fand damals die Beschaffung von Baumaterialien aus der Region, darunter Eisensandstein vom Stammberg und Holz aus dem Hauptsmoorwald. Die Kirche wurde bereits wenige Jahre später geweiht, wenngleich die Innenausstattung noch über mehrere Jahre vervollständigt wurde.
Die Architektur des Innenraums ist geprägt von einem dreijochigen Langhaus mit Pilastergliederung und Kreuzgratgewölbe. Die kunstvolle Innenausstattung umfasst unter anderem den Hochaltar sowie mehrere Seitenaltäre, die teilweise von Leonhard Gollwitzer geschaffen wurden. Über dem Westportal sind Skulpturen der Heiligen Wolfgang, Katharina, Michael, Barbara und Sebastian angebracht. Die Darstellung des Kirchenpatrons Wenzeslaus mit seinen Attributen Lanze, Schild und Schwert unterstreicht die Patronatswahl, die vermutlich auf den Einfluss des Bamberger Fürstbischofs Lamprecht von Brunn zurückgeht. Die Kirche beherbergt zudem eine Reihe weiterer sakraler Kunstwerke, darunter den Taufstein, der erst einige Jahre nach der Kirchenweihe hinzugefügt wurde.
St. Wenzeslaus ist nicht nur ein Ort der religiösen Andacht, sondern auch ein kulturelles Zentrum der Gemeinde. Besucher berichten von einer Atmosphäre der Ruhe und Einkehr, die der Kirchenraum vermittelt. Besonders zur Weihnachtszeit lockt ein gemütlicher Markt, der sich um das Kirchengebäude erstreckt und zahlreiche Besucher anzieht. Kritisch wird jedoch der moderne Betonbrunnen vor dem Kircheneingang wahrgenommen, der von Gästen als störend empfunden wird. Dennoch bleibt die Kirche ein geschätzter Teil des kulturellen Erbes von Litzendorf-Naisa und ein markantes Wahrzeichen des Ellertals.