Buchwalde
Highlights
- Buchwalde war ein sorbisches Dorf in der Oberlausitz, das 1929 bis 1932 durch Braunkohletagebau überbaggert wurde.
- Erstmals urkundlich erwähnt 1401, gehörte es später zur Standesherrschaft Hoyerswerda.
- Die Gemeinde wurde 1931 aufgelöst, die meisten Bewohner siedelten in benachbarte Orte um.
Tipps
- Das ehemalige sorbische Dorf Buchwalde liegt heute weitgehend überbaggert; Besucher finden kaum noch sichtbare Reste der ursprünglichen Siedlung.
- Der nahegelegene Knappensee eignet sich bei Überlauf des Steinberger Sees als ruhige Alternative zum Baden, ist aber je nach Wasserstand stark eingeschränkt nutzbar.
- Schattige Uferbereiche am Knappensee bieten im Sommer eine idyllische und ruhige Umgebung, die auch für Hunde geeignet ist.
Eigenschaften
Über Buchwalde
Der ehemalige Ort Buchwalde liegt heute im Gemeindegebiet von Knappensee im sächsischen Landkreis Bautzen und zählt zu den historischen Siedlungen der Oberlausitz. Ursprünglich sorbisch besiedelt, wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt und entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte zu einem typischen Dorf der nördlichen Oberlausitz. Die Siedlungsstruktur war geprägt von geschlossenen Gehöften, Obstbaumreihen und einer klaren Gliederung entlang der Dorfstraße. Bis in die 1920er Jahre blieb Buchwalde ländlich geprägt, ehe die Ausdehnung des Braunkohletagebaus Werminghoff I den Niedergang des Ortes einleitete.
Im Zuge der industriellen Förderung verlor Buchwalde seine Funktion als eigenständige Gemeinde. Die Bevölkerung wurde umgesiedelt, die Gebäude abgerissen oder abgebaggert. Lediglich ein Ausbau namens Neubuchwalde blieb erhalten und befindet sich heute südwestlich des ursprünglichen Ortskerns. Die Fläche des ehemaligen Dorfes wurde schließlich vom Braunkohletagebau überformt. Heute ist an der ehemaligen Ortslage kaum noch erkennbare Bausubstanz vorhanden. Stattdessen prägt eine von der Bergbaufolgelandschaft geprägte Mondlandschaft das Bild – ein Zustand, der Besucher*innen vielfach als erschreckend empfinden.
Der nahegelegene Knappensee, ein künstlich entstandener Gewässerbereich, grenzt unweit an das ehemalige Buchwalde. Dieser See gilt als ruhiger und schattiger Ort, besonders im Sommer beliebt bei Hundebesitzer*innen und Naturliebhaber*innen. Aufgrund seiner Lage inmitten ehemaliger Braunkohleflächen ist der See jedoch nicht für Baden geeignet. Dennoch bietet er eine idyllische Alternative zum größeren Steinberger See, insbesondere wenn dieser überfüllt ist. Mit einem Google-Bewertung von 4,3 von 5 Sternen bei noch wenigen Bewertungen zeigt der See eine durchwachsene, aber tendenziell positive Resonanz bei Besucher*innen.
Die Geschichte von Buchwalde spiegelt die Entwicklung zahlreicher sorbischer Dörfer in der Lausitz wider, die im 20. Jahrhundert durch den Braunkohleabbau verschwanden. Die sorbische Namensform Bukojna verweist auf die ursprüngliche Waldstruktur des Gebietes, die durch die Industrialisierung radikal verändert wurde. Die ehemalige Dorfkernstruktur mit ihren typischen Gehöften, der Schule, dem Gasthaus Rich und der alltäglichen Lebenswelt der Bewohner*innen ist heute nur noch historisch nachvollziehbar. Die Gemeinde Buchwalde wurde schließlich aufgelöst, nachdem die letzte Bewohner*innen 1931 das Dorf verlassen hatten.