Clemenskapelle
Highlights
- Die Clemenskapelle in Trechtingshausen ist ein spätromanisches Kirchengebäude am Mittelrhein und seit 2002 Teil des UNESCO-Welterbes.
- Das Bauwerk verfügt über eine Rundapsis, gotische Maßwerkfenster und Freskenfragmente im Apsisgewölbe.
- Im Innenraum befinden sich ein Chorgestühl aus dem 16. Jahrhundert und 12 Epitaphien aus den Jahrhunderten 15 bis 17.
Tipps
- Besuchen Sie die Clemenskapelle bei Trechtingshausen, ein spätromanisches Bauwerk direkt am Rheinufer mit Blick auf den Fluss und vorbeifahrende Schiffe.
- Direkt am Rhein gelegen lohnt sich ein Abstecher zur Clemenskapelle für Ruhe suchende Besucher, die historische Sakralbauten schätzen.
Eigenschaften
Über Clemenskapelle
Die Clemenskapelle befindet sich im rheinland-pfälzischen Bacharach am Mittelrhein und zählt heute zu den bedeutenden sakralen Kulturdenkmälern der Region. Das spätromanische Kirchengebäude wurde im zweiten Viertel des 13. Jahrhunderts errichtet und ist weitgehend in seiner ursprünglichen Substanz erhalten geblieben. Ursprünglich als Pfarrkirche geweiht dem Heiligen Clemens, dient sie heute als Friedhofskapelle. Seit 2002 gehört sie als Teil des UNESCO-Welterbes „Oberes Mittelrheintal“ zum kulturellen Erbe der Menschheit.
Die Architektur der Clemenskapelle entspricht dem Typus einer dreischiffigen, flachgedeckten Pfeilerbasilika mit kurzem Langhaus, fluchtendem Querhaus, Rundapsis und einem asymmetrisch angelegten Westturm. Besondere Bauteile wie gotische Maßwerkfenster an Querhaus und Apsis sowie eine gotische Eckfiale am Turm zeugen von späteren Umbauten. Im Innenraum hebt sich der Chor durch reichhaltigere Gestaltung ab, darunter Kreuzrippengewölbe und Runddienste mit Schaftringen. Über der Vierung erhebt sich ein achtteiliges Rippengewölbe, das an die Peterskirche in Sinzig erinnert. Fragmente mittelalterlicher Fresken sind im Apsisgewölbe sowie im nördlichen Seitenschiff erhalten.
Die Ausstattung der Kapelle umfasst wertvolle Epitaphien aus den Jahrhunderten zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert. Insgesamt finden sich zwölf solcher Grabplatten sowie zwei Bruchstücke, von denen einige mit nicht mehr vollständig lesbaren Inschriften versehen sind. Besonders erwähnenswert ist das Epitaph des Mainzer Domherrn Philipp von Helfenstein, das als eines der ältesten und am besten erhaltenen gilt. Ebenfalls bemerkenswert ist das spätgotische Chorgestühl aus dem frühen 16. Jahrhundert mit figürlichen Schnitzereien und Miserikordien. Die übrigen Kirchenbänke stammen aus dem 19. Jahrhundert und sind im neugotischen Stil gehalten.
Die Clemenskapelle steht unmittelbar am Rheinufer, wenige hundert Meter südlich von Burg Reichenstein und in direkter Nachbarschaft zum Parkplatz Am Morgenbachtal. Ein kleiner Friedhof umgibt die Kapelle und wird bis heute von der Gemeinde Trechtingshausen genutzt. Dort finden sich auch ältere Grabsteine, darunter der des Johannes Pletz aus dem 16. Jahrhundert. Südlich der Clemenskapelle befindet sich zudem die Michaelskapelle, eine spätgotische Kapelle, die vermutlich ursprünglich als Beinhaus diente und heute ebenfalls architektonische und kunsthistorische Besonderheiten aufweist.