Heimatmuseum Calau
Highlights
- Das Heimatmuseum Calau zeigt seit 1935 in der Alten Mädchenschule (1789) historische Exponate aus Stadt und Region.
- Gegründet 1911 durch Pastor Otto Lützen, wurde es 1961 nach Kriegszerstörung neu eröffnet und 2025 saniert.
- Dauerausstellung widmet sich der Carl-Anwandter-Geschichte, ergänzt durch Sonderpräsentationen wie den Calauer Bahnhof.
Tipps
- Die Ausstellung im Heimatmuseum Calau zeigt historische Exponate zur Stadtgeschichte und Region, die einen Einblick in die Entwicklung der Region über Jahrhunderte ermöglichen.
- Der Besuch der Dauerausstellung erfolgt in einem denkmalgeschützten Fachwerkhaus aus dem Jahr 1789, das architektonisch und historisch von Bedeutung ist.
- Parallel zum Museumsbesuch kann eine Führung durch den Kirchturm der nahegelegenen Stadtkirche unternommen werden, um weitere historische Perspektiven der Stadt zu gewinnen.
Eigenschaften
Ausflug Kulturmuseum Heimatmuseum Calau entdecken
Das Heimatmuseum Calau ist ein lebendiges Stück regionaler Geschichte, untergebracht in einem denkmalgeschützten Fachwerkhaus aus dem Jahr 1789. Die „Alte Mädchenschule“, wie das Gebäude ursprünglich hieß, steht in unmittelbarer Nachbarschaft zur Calauer Stadtkirche und beherbergt seit fast einem Jahrhundert eine Sammlung heimatlicher Altertümer aus der Stadt und ihrer Umgebung. Die Ursprünge des Museums reichen bis ins Jahr 1911 zurück, als Pastor Otto Lützen die Sammlung im Turmstübchen des Rathauses einrichtete. Nach seinem Weggang übernahm 1927 Lehrer Bernhard Menzel die Pflege der Sammlung, die schließlich 1935 in der heutigen Location als Heimatmuseum eröffnet wurde.
Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs wurde das Museum 1961 durch Töpfermeister Fritz Natusch wiedereröffnet, der die verbliebenen historischen Schätze bewahrte. Das Gebäude selbst durchlief in den letzten Jahrzehnten umfangreiche Sanierungen, darunter eine umfassende Restaurierung 2011, bei der Dach, Fachwerk und Fassade originalgetreu instand gesetzt wurden. Besonders bemerkenswert ist die historische Farbgebung der Balken: Nach archivischen Recherchen wurde der ursprüngliche Anstrich mit einem ockergelben Ton belegt, während spätere Dunkelfärbungen mit Kohlenstaub regionaltypisch waren. Diese sorgfältige Arbeit unter Einbindung von Denkmalschutz und Bauamt sicherte die Substanz des denkmalgeschützten Bauwerks.
Aktuell zeigt das Museum Sonderausstellungen, darunter eine Präsentation zum Calauer Bahnhof sowie eine Dauerausstellung über den lokalen Künstler Carl Anwandter. Diese Ausstellung wurde 2011 mit Unterstützung des chilenischen Botschafters eröffnet und würdigt Anwandters vielseitiges Werk, das von historischen Motiven bis zu zeitgenössischen Bezügen reicht. Besonders bekannt ist Anwandter für seine Figur des „Kriminalkommissars“, der in seinen Geschichten zwischen Schulkind und Verbrecher oszilliert – ein faszinierendes Beispiel für die Verbindung von regionaler Geschichte und kreativem Schaffen. Die Ausstellung bietet Einblicke in Anwandters Leben und Werk, das tief mit der Calauer Kultur verwurzelt ist.
Ein Besuch im Heimatmuseum lässt sich ideal mit einer Kirchturmführung kombinieren, die weitere Perspektiven auf die Stadtgeschichte eröffnet. Zudem ist das Museum eng mit dem Calauer Heimatverein verbunden, der regelmäßig Führungen anbietet und an Veranstaltungen wie dem „Tag des offenen Denkmals“ teilnimmt. Während der laufenden Sanierungsarbeiten ist die Dauerausstellung vorübergehend nicht zugänglich, doch die Sonderpräsentationen und die Anwandter-Ausstellung bleiben ein wichtiger Anziehungspunkt für Geschichtsinteressierte. Das Museum steht damit für den bewussten Erhalt regionaler Identität und die lebendige Pflege des kulturellen Erbes Calaus.