Kirche/Kloster

St. Jakobikirche

Zinnaer Str. 53, 14943 Luckenwalde

Highlights

  • Die St. Jakobikirche in Luckenwalde ist eine neogotische Backstein-Kirche mit 72 m hohem Turm und einzigartiger Akustik.
  • Errichtet zwischen 1892 und 1894, diente der Turm im Zweiten Weltkrieg als Beobachtungspunkt der Wehrmacht.
  • Heute wird sie durch einen Förderverein erhalten und ist Baudenkmal der Stadt sowie geöffnet für Besucher und Konzerte.

Tipps

  • Die Kirche ist von Mai bis Oktober an jedem ersten Sonntag im Monat von 15.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.
  • Der Kirchturm mit seiner historischen Uhr aus Berlin und der Aussicht direkt vom Zifferblatt lohnt sich besonders.
  • Führungen und Besuche außerhalb der Öffnungszeiten sind telefonisch kurzfristig möglich.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Über St. Jakobikirche

Die evangelische St. Jakobikirche in Luckenwalde ist ein bedeutendes sakrals Kulturdenkmal im Südosten Brandenburgs, gelegen im Kreis Teltow-Fläming. Die neogotische Backsteinbaukirche wurde in den frühen 1890er Jahren errichtet und zählt heute zu den größten evangelischen Kirchen des Landes. Mit einer Höhe von 72 Metern überragt ihr Westturm die Stadt und präsentiert sich als markantes Wahrzeichen. Der Turm diente im Zweiten Weltkrieg als Beobachtungspunkt der Wehrmacht, wovon heute noch drei hölzerne Feldbetten im Inneren zeugen, die als Mahnmal erhalten geblieben sind.

Die Kirche ist nicht nur durch ihre imposante Architektur, sondern auch durch ihre außergewöhnliche Akustik bekannt, weshalb sie mittlerweile vermehrt als Konzertkirche genutzt wird. Das großzügige Innere bietet rund 1.200 Sitzplätze unter einem weitgespannten Sterngewölbe, das sich an romanischen Motiven orientiert. Besondere Bau- und Kunstelemente sind die geschnitzte Holzkanzel aus der Werkstatt Gustav Kuntzsch in Wernigerode sowie der marmorne Altar. Die kunstvolle Buntglasausstattung stammt aus dem Königlichen Glasmalerei-Institut Kaiser Wilhelms II. in Berlin-Charlottenburg, darunter auch das sogenannte „Kaiserfenster“ im Chor, ein Geschenk von Wilhelm II. und Kaiserin Auguste Viktoria.

Eine Besonderheit der Kirche ist ihre historische Turmuhr, die ursprünglich auf der Weltausstellung 1893 in Chicago präsentiert wurde, bevor sie ihren festen Platz im Turm der Jakobikirche fand. Die mechanische Uhr gilt heute als technikgeschichtliches Meisterwerk und ist als Denkmal des Landes Brandenburg ausgewiesen. Im sanierten Uhrenstübchen sind das Räderwerk und das Gestänge noch voll funktionsfähig und laden zur Besichtigung ein. Der Kirchturm selbst ist über eine Turmtreppe begehbar und bietet einen beeindruckenden Ausblick über die Region.

Die Jakobikirche ist seit 2006 Gegenstand umfangreicher Denkmalpflege durch einen eigens gegründeten Förderverein. In den vergangenen Jahren wurden unter anderem der Kirchturm und die Buntglasfenster restauriert. Die Kirche wird heute nicht mehr regelmäßig für Gottesdienste genutzt, öffnet jedoch regelmäßig für Besucher, Führungen und kulturelle Veranstaltungen. Sie hat sich zu einer lebendigen Kulturkirche entwickelt, die sowohl für ihre sakrale Funktion als auch für ihre Rolle im städtischen Kulturleben von Bedeutung ist.

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