Museum

Strafvollzugsmuseum Ludwigsburg

Schorndorfer Str. 38, 73477 Ludwigsburg

Highlights

  • Im ehemaligen Tollhaus des Ludwigsburger Gefängnisses zeigt das Museum über 5000 Objekte zu Haft, Folter und Strafe seit dem 17. Jahrhundert.
  • Ausstellung umfasst Häftlingsgegenstände, RAF-Materialien aus Stammheim und selbstgebaute Zellobjekte wie einen Tauchsieder oder Pizzaofen.

Tipps

  • Die Ausstellung erstreckt sich über zwei Etagen im historischen Tollhaus des Gefängnisses und zeigt rund 5000 Objekte zur Geschichte von Haft und Strafe.
  • Ein Zugang über eine Treppe führt ins Obergeschoss, wo weitere Exponate wie Häftlingskleidung oder historische Folterinstrumente präsentiert werden.
  • Führungen bieten dialogische Elemente und verbinden historische Kontexte mit aktuellen gesellschaftlichen Bezügen durch ausgewählte Leihgaben und Sammlungsschwerpunkte.

Eigenschaften

Bei Regen geeignet Bildung Kulturell Ganzjährig

Strafvollzugsmuseum Ludwigsburg – Kultur-Ausflug in Ludwigsburg

Das Strafvollzugsmuseum Ludwigsburg bietet einen einzigartigen Einblick in die Geschichte von Haft, Strafe und Justiz – direkt in einem der ältesten Gebäude der barocken Stadt. Im ehemaligen Tollhaus des Gefängnisses, das eng am Barockschloss gelegen ist, werden auf zwei Etagen rund 5000 Exponate aus eigener Sammlung und Leihgaben präsentiert. Die Sammlung entstand ursprünglich als Lehrmittel für das Personal der Vollzugsanstalt und wurde mit deren Schließung gerettet, um die historische Entwicklung des Strafvollzugs zu bewahren.

Die Ausstellung spannt einen Bogen über mehr als 300 Jahre und reicht von historischen Folterinstrumenten bis zu zeitgenössischen Materialien. Besonders eindrucksvoll sind Objekte wie Häftlingskleidung, eine originale Gefängniszelle oder eine Guillotine. Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der Auseinandersetzung mit der RAF und dem Stammheimer Prozess, ergänzt durch selbstgebaute Gegenstände wie einen Tauchsieder oder Pizzaofen, die in der Zelle von Jan-Carl Raspe gefunden wurden. Diese Exponate sind auch im aktuellen Film *Stammheim – Zeit des Terrors* zu sehen und veranschaulichen die gesellschaftlichen Spannungen der Zeit.

Ob durch geführte Touren oder individuellen Besuch – das Museum fördert durch dialogische Führungen und vertiefende Literatur einen kritischen Umgang mit historischen und aktuellen Themen. Besonders Schulklassen und Auszubildende im juristischen Bereich profitieren von speziellen Vermittlungsformaten. Die Ausstellung lädt dazu ein, gesellschaftliche Prozesse zu reflektieren und eigene Perspektiven einzubringen. Im eigenen Tempo kann man die Sammlung erkunden oder sich in der bereitgestellten Bibliothek weiter informieren.

Mit einem Fokus auf kulturelle und zeitliche Einordnung zeigt das Museum, wie sich Haftbedingungen und Strafvorstellungen gewandelt haben – von traditionellen Methoden bis zu modernen Herausforderungen. Die Ausstellung lebt von der Verbindung historischer Objekte und aktueller Debatten, was sie zu einem besonderen Ort für Geschichtsinteressierte und Nachdenkliche macht. Ob als Ausflugsziel oder für vertiefende Recherche – das Strafvollzugsmuseum Ludwigsburg bietet eine faszinierende Reise durch die Schattenseiten der Justizgeschichte.

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