St. Helena und Andreas
Highlights
- St. Helena und Andreas ist eine neugotische Backsteinkirche auf einer künstlichen Insel im Schlosspark Ludwigslust.
- Die Kirche verfügt über einen dreischiffigen Saalbau mit polygonaler Apsis und einem Turm jenseits des Wassergrabens.
- Der Hochaltaraufbau stammt aus dem 14. Jahrhundert und wurde 1825 mit Gemälden von Rudolph Suhrlandt ergänzt.
Tipps
- Die Kirche St. Helena und Andreas liegt auf einer kleinen Insel im Schlosspark Ludwigslust und ist über eine Brücke erreichbar.
- Der separierte Glockenturm steht außerhalb des Kirchengebäudes auf der anderen Seite des Wassergrabens.
- Das Innere der Kirche zeigt einen kunstvoll gestalteten Hochaltaraufbau mit historischen Figuren und Gemälden aus dem 14. Jahrhundert.
Eigenschaften
Über St. Helena und Andreas
Die katholische Kirche St. Helena und Andreas befindet sich in der Stadt Ludwigslust im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern. Sie steht westlich des Schlosses Ludwigslust im Schlosspark auf einer künstlichen Insel und gehört zur Pfarrei Heilige Edith Stein im Erzbistum Hamburg. Die Kirche gilt als eines der frühesten neugotischen Sakralbauten in Mecklenburg und ist nach St. Anna in Schwerin die zweitälteste römisch-katholische Kirche der Region.
Der Backsteinbau aus der frühen Neugotik überzeugt durch stilistische Reinheit und romantische Anlehnung an mittelalterliche Formen. Das Langhaus ist dreischiffig angelegt, mit einem verjüngten Westjoch und einer polygonalen Apsis. Strebepfeiler und Spitzbogenfenster gliedern den Bau, während das Hauptgesims klassizistisch gestaltet ist. Die Portalfront erinnert an ein norddeutsches Backsteingotik-Stadttor. Ein Wassergraben und eine Brücke verstärken den mittelalterlichen Eindruck. Der Glockenturm steht separat auf dem sogenannten „Festland“ jenseits des Grabens.
Im Inneren der Kirche dominieren aufstrebende Säulen, ein Sterngewölbe und farbige Glasmalereien. Besonders auffällig ist der Hochaltaraufbau, ein dreiteiliger Levitenstuhl aus dem Doberaner Münster, dessen Aufsatz mit Gemälden von Rudolph Suhrlandt ausgestattet wurde. Die äußeren Nischen zeigen die Heilige Helena mit dem Kreuz sowie die Heilige Cäcilia mit der Orgel. Die Chorfenster enthalten Glasmalereien aus dem 15. Jahrhundert, ursprünglich aus dem abgerissenen Hamburger Dom. Im Vorraum sind Relieffiguren der Apostel zu sehen. Ergänzungen im 21. Jahrhundert, etwa eine moderne Ikone, verändern den ursprünglichen Charakter des Altares leicht.
Die Geschichte der Kirche beginnt im Zuge der romantischen Bautätigkeit unter Herzog Friedrich Franz I., der, obwohl evangelisch, Sympathien für die katholische Kirche hegte. Auf seinen Wunsch wurde die Kirche für die kleine katholische Hofgemeinde errichtet. Der Entwurf stammt vom Hofbaumeister Johann Christoph Heinrich von Seydewitz. Aufgrund der Kriegsereignisse verzögerte sich der Baubeginn, sodass die Kirchweihe erst später stattfinden konnte. Die Innenausstattung wurde unter anderem von Johann Georg Barca vollendet, und der Campanile folgte einige Jahre später.