St.-Marien-Kirchturm Wismar
Highlights
- Der St.-Marien-Kirchturm in Wismar ist über 80 Meter hoch und dient als Wahr- und Seezeichen der Hansestadt.
- Die zwölf Glocken der Kirche schlagen alle 15 Minuten "was die Uhr geschlagen hat".
- Der Turm stammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde Anfang des 15. Jahrhunderts um drei Geschosse erhöht.
Tipps
- Ein Besuch lohnt sich besonders für die historische Aussicht über Wismar und den Hafen.
- Parkplätze befinden sich direkt neben dem Turm, bequem für Individualbesucher.
- Die Turmuhr mit 5 Meter Durchmesser ist von weitem gut lesbar und ein optisches Highlight.
Eigenschaften
Über St.-Marien-Kirchturm Wismar
Der St.-Marien-Kirchturm in Wismar ragt mit einer Höhe von über 80 Metern markant über die Dächer der Hansestadt und gilt sowohl als Wahrzeichen als auch als Seezeichen. Ursprünglich Teil der ehemaligen Ratskirche St. Marien, wurde der Turm im Laufe der Jahrhunderte mehrfach erweitert und erhielt seine heutige Form zu Beginn des 15. Jahrhunderts. Die Kirche selbst war einst eine der beeindruckendsten Backsteinbauten im norddeutschen Raum und orientierte sich in ihrer Architektur an der Marienkirche in Lübeck. Heute zeugen nur noch der Turm und einige erhaltene Fundamente vom einstigen Kirchengebäude, das in der Nacht zum April 1945 durch einen Bombenangriff schwer beschädigt und 1960 gesprengt wurde.
Der Kirchturm ist nicht nur ein architektonisches Relikt, sondern auch ein kultureller Anziehungspunkt. In den seitlichen Kapellen des ehemaligen Kirchenschiffs finden sich heute Ausstellungen, die Einblicke in die Stadtgeschichte von Wismar gewähren. Ein 3D-Animationsfilm veranschaulicht die Entwicklung des Ortes und die Bedeutung des Kirchengebäudes im historischen Kontext. Der nachempfundene Grundriss des Kirchenschiffs und ermöglicht eine räumliche Vorstellung der ursprünglichen Dimensionen des Bauwerks. Die erhaltenen Mauerreste der ehemaligen Kapellen sowie der Alten Schule sollen zukünftig ebenfalls in die Darstellung einbezogen werden.
Besucher*innen berichten von einer eindrucksvollen Atmosphäre und der besonderen Präsenz des Turms, der weithin sichtbar über die Stadt thront. Die zwölf Glocken der Kirche läuten alle 15 Minuten und erinnern mit ihrem Klang an die Uhrzeit. Dreimal täglich erklingen zudem Choräle über das Glockenspiel, was dem Turm eine lebendige Akustik verleiht. Die Ziffernblätter der Turmuhr mit einem Durchmesser von fünf Metern sind vom Boden aus gut sichtbar und tragen zur Wahrnehmung des Turms als städtisches Orientierungsmittel bei. Die Fläche des ehemaligen Kirchenschiffs wird heute als Parkplatz genutzt, seit den 2000er Jahren jedoch zunehmend für kulturelle Zwecke umgestaltet.
Im direkten Umfeld des Turms entstand das St.-Marien-Forum, ein Ort der Begegnung und Information, der den historischen Bestand mit zeitgenössischen Elementen verbindet. Archäologische Grabungen haben Teile der Fundamente freigelegt, die nun in einem neu gestalteten Rahmen sichtbar sind. Diese Arbeiten tragen dazu bei, die Spuren der Vergangenheit erfahrbar zu machen und die Rolle der Kirche im städtischen Leben nachzuvollziehen. Der Turm steht exemplarisch für das Schicksal vieler Baudenkmäler in Deutschland im 20. Jahrhundert und zugleich für die kulturelle Identität Wismars als Hansestadt.