Archäologische Stätte

Idstedter Räuberhöhle

Arenholzfeld 1A, 24850 Lürschau

Eigenschaften

Kulturell Ganzjährig

Über Idstedter Räuberhöhle

Die Idstedter Räuberhöhle ist ein beeindruckendes archäologisches Denkmal im Ort Lürschau im Kreis Schleswig-Flensburg, Schleswig-Holstein. Es handelt sich um ein sogenanntes Ganggrab aus der jüngeren Steinzeit, das etwa vor 4500 Jahren erbaut wurde. Damit zählt es zu den ältesten und besterhaltenen Großsteingräbern der Region. Die Bezeichnung „Räuberhöhle“ entstand später im Volksmund, vermutlich weil sich hier im Laufe der Geschichte Gesetzlose vorübergehend versteckten. Heute ist die Höhle ein lohnenswertes Ausflugsziel für alle, die sich für Vor- und Frühgeschichte interessieren.

Das Ganggrab liegt im Idstedter Wald, nur wenige Meter vom Waldrand entfernt, und ist dennoch nicht ohne Weiteres zu finden. Ein kleiner Waldparkplatz in der Nähe des Abzweigs Wilhelmslust dient als Ausgangspunkt für den kurzen Fußweg dorthin. Von dort aus führt ein schmaler Pfad etwa fünf bis zehn Minuten durch den Wald, wobei Orientierungssinn gefragt ist, da es keine ausgeschilderten Wege gibt. Die Räuberhöhle selbst befindet sich unter einem Erdhügel von etwa 2,5 Metern Höhe und einem Durchmesser von rund 17 Metern. Die Kammer ist mit insgesamt zwölf Steinen abgestützt, von denen neun tragende und drei Decksteine sind. Die Fugen sind mit Trockenmauerwerk ausgefüllt, was die ursprüngliche Bauweise gut erkennen lässt.

Die Idstedter Räuberhöhle ist ein archäologisch bedeutsamer Fundort und gehört zur Kultur der Trichterbecher, die als erste bäuerliche Bevölkerung der Region gelten. Sie lebten vom Ackerbau und von der Viehzucht und errichteten diese monumentalen Gräber als Familiengräber oder Gemeinschaftsgräber für Elitegruppen. Die Höhle selbst ist etwa 4,30 Meter lang, 1,80 Meter breit und erreicht eine Höhe von 1,50 Metern. Der Hügel, unter dem sie liegt, besteht aus einem Mantel aus Steinen, der das Grab seit Jahrtausenden schützt. Aufgrund ihrer gut erhaltenen Struktur ist die Räuberhöhle eine der wenigen Großsteingräber in Schleswig-Holstein, die heute noch fast vollständig in ihrer ursprünglichen Form zu besichtigen ist.

Obwohl die Räuberhöhle direkt an einer Straße liegt, ist sie von außen kaum sichtbar und leicht zu übersehen. Erst bei näherem Hinsehen entdeckt man ein Hinweisschild des Landesamtes für Vor- und Frühgeschichte, das grundlegende Informationen zum Ganggrab bereitstellt. Besucher sollten eine Taschenlampe mitbringen, um die Höhle optimal zu erkunden. Der Weg dorthin führt durch einen idyllischen Waldabschnitt und lädt gleichzeitig zu einem ruhigen Spaziergang in der Natur ein. Familien und Naturliebhaber kommen hier gleichermaßen auf ihre Kosten.

Die Umgebung von Lürschau ist geprägt von der Mischung aus Heidelandschaft und waldreichem Gelände. Die Gemeinde liegt am Rand des Idstedter Waldes, nahe dem Arenholzer See, und ist von zahlreichen historischen Spuren umgeben. So führte einst der historische Ochsenweg durch das Gebiet, entlang dessen im Jahr 1043 die Schlacht auf der Lürschauer Heide stattfand. Auch die nahegelegenen Ortsteile Arenholz, Hermannsort, Ruhekrug und Wilhelmslust tragen zur landschaftlichen und kulturellen Vielfalt der Region bei. Die Idstedter Räuberhöhle ist somit nicht nur ein archäologischer Schatz, sondern auch ein Tor in die faszinierende Geschichte der Region Angeln.

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