Denkmal/Gedenkstätte

Waidhaus - ein Haus der Deutschen Stiftung Denkmalschutz

b. d. Peterskirche 8, 02828 Görlitz

Highlights

  • Das Waidhaus in Görlitz ist das älteste nicht-kirchliche Gebäude der Stadt und wurde erstmals im 13. Jahrhundert urkundlich erwähnt.
  • Die Giebel des 1565 datierten Gebäudes wurden 1936 nach historischem Vorbild rekonstruiert – eines der ersten Sanierungsprojekte nach 1990.

Tipps

  • Der barrierefreie Zugang ermöglicht Besuchern mit eingeschränkter Mobilität einen ungehinderten Eintritt ins Gebäude.
  • Das Waidhaus zeigt originale Bausubstanz aus dem 14. Jahrhundert und bietet Einblicke in die historische Architektur Görlitz’.
  • Das Fortbildungszentrum thematisiert handwerkliche Traditionen und denkmalpflegerische Methoden in einem authentischen Kontext.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Denkmal Waidhaus Görlitz – Kulturausflug

Das Waidhaus – ein Haus der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in Görlitz zählt zu den bedeutendsten historischen Bauwerken der Stadt und ist zugleich ein Symbol für den bewussten Erhalt kulturellen Erbes. Als ältestes nicht-kirchliches Gebäude der Stadt wurde es erstmals im 15. Jahrhundert in den Stadtbüchern erwähnt und gehörte ursprünglich zur Burg der Landesherren. Ursprünglich als Brauhof genutzt, entstand das Gebäude im spätmittelalterlichen Stil und ist eng mit der Bauphase der benachbarten Peterskirche verbunden, die ebenfalls in dieser Zeit errichtet wurde.

Besonders prägend für das Aussehen des Waidhauses sind die rekonstruierten Giebel, die sich an einem historischen Holzschnitt von 1565 orientieren. Diese Wiederherstellung erfolgte im 20. Jahrhundert und unterstreicht den Anspruch, die originale Bauweise so authentisch wie möglich wiederherzustellen. Das Gebäude, auch als „Renthaus“ bezeichnet, war über Jahrhunderte ein zentraler Ort für wirtschaftliche und gesellschaftliche Aktivitäten in Görlitz. Heute beherbergt es ein Fortbildungszentrum für Handwerk und Denkmalpflege, das sich der Weiterbildung von Fachleuten widmet, die sich für den Schutz und die Restaurierung historischer Bausubstanz engagieren.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz spielte eine entscheidende Rolle bei der Sanierung des Waidhauses, indem sie die notwendigen finanziellen Mittel für die Restaurierung bereitstellte. Die Stiftung fördert seit ihrer Gründung 1985 bundesweit den Erhalt von Kulturdenkmalen – von Kirchen über Bürgerhäuser bis hin zu technischen Denkmälern – und unterstützt dabei vor allem Privatpersonen, Vereine und Kommunen. Besonders in Görlitz, das als eine der am besten erhaltenen historischen Städte Deutschlands gilt, war die Stiftung maßgeblich an der Rettung zahlreicher Bauwerke beteiligt. Das Waidhaus zählt zu den ersten Gebäuden, die nach der Wende systematisch restauriert wurden und heute als lebendiges Beispiel für den erfolgreichen Denkmalschutz dient.

Als historische Sehenswürdigkeit mit rollstuhlgerechtem Zugang bietet das Waidhaus nicht nur einen Einblick in die Architekturgeschichte Görlitz’, sondern auch in die Arbeit der Denkmalpflege. Die Kombination aus historischer Substanz und moderner Nutzung zeigt, wie wertvolle Bausubstanz durch fachgerechte Sanierung und bewusste Weiterentwicklung erhalten und neu interpretiert werden kann. Besonders in einer Stadt wie Görlitz, die mit über 30.000 Kulturdenkmalen zu den bedeutendsten Flächendenkmalen Deutschlands zählt, unterstreicht das Waidhaus die Bedeutung des gemeinsamen Engagements für das kulturelle Erbe.

Das Waidhaus steht damit für den Erfolg privater Initiativen wie der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die seit Jahrzehnten dafür sorgen, dass historische Bauwerke nicht nur als Zeugnisse der Vergangenheit bewahrt, sondern auch als lebendige Teile der Gegenwart erfahrbar bleiben. Für Besucher bietet es somit nicht nur einen Einblick in die Geschichte Görlitz’, sondern auch in die Handwerkskunst und den Einsatz, der nötig ist, um solche Denkmale für zukünftige Generationen zu erhalten.

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