Seevogelschutzstation Oehe-Schleimünde
Highlights
- Die Seevogelschutzstation Oehe-Schleimünde ist Teil eines seit 1927 bestehenden Naturschutzgebiets an der Ostsee.
- Das Gebiet bietet Brut-, Rast- und Überwinterungsflächen für seltene Vogelarten und ist nicht betretbar.
- Seit 2007 helfen Galloway-Rinder bei der Pflege der Landschaft und schaffen Lebensraum für bodenbrütende Vögel.
Tipps
- Das Naturschutzgebiet ist zu Fuß oder mit dem Fahrrad gut erreichbar und bietet informative Hinweistafeln entlang der Wege.
- Kostenlose Führungen durch das Gelände sind möglich, Spenden für den Erhalt der Station werden gerne angenommen.
- Der Übergang zum Strand ist freigegeben, jedoch ist ein Durchgang in Richtung Lotseninsel nicht erlaubt.
Eigenschaften
Über Seevogelschutzstation Oehe-Schleimünde
Die Seevogelschutzstation Oehe-Schleimünde befindet sich im Naturschutzgebiet Schleimündung nahe Kappeln in Schleswig-Holstein. Das Gebiet wurde bereits in den 1920er Jahren als „Vogelfreistätte Oehe-Schleimünde“ ausgewiesen und später um den Bereich „Nordhaken Olpenitz“ erweitert. Mit einer Fläche von rund 691 Hektar, wovon etwa 127 Hektar Landfläche umfassen, zählt es heute zu den bedeutenden Brut-, Rast- und Überwinterungsgebieten an der Ostseeküste. Es genießt internationalen Schutzstatus als Naturschutzgebiet, FFH-Gebiet, Vogelschutzrichtlinienschutzgebiet sowie Schutzgebiet gemäß der Konvention zum Schutze der Ostsee und Natura 2000.
Das Gelände erstreckt sich zwischen der Schlei im Westen und der Ostsee im Osten. Die Küstendynamik hat hier im Laufe der Zeit eine vielfältige Landschaft geformt, bestehend aus Dünen, Trockenrasen, Salzwiesen, Brackwasserröhrichten und Windwatten. Diese Lebensraumvielfalt zieht eine große Anzahl an Vogelarten an – von Goldregenpfeifern im Spätsommer über Eiderenten und Gänse im Winter bis hin zu Sturmmöwen und Seeschwalben während der Brutzeit. Auch Seeadler sind hier regelmäßig zu beobachten und sorgen mit ihrem Auftritt für regen Betrieb unter den Vögeln.
Seit 2007 unterstützen robuste Galloway-Rinder bei der Pflege des Geländes, indem sie verhindern, dass sich Röhrichte und Gräser unkontrolliert ausbreiten. Dadurch bleibt ausreichend offener Raum für bodenbrütende Vogelarten. Im Zentrum der Besucherbetreuung steht die naturkundliche Ausstellung in der Vogelwarthütte, die von April bis Oktober an mehreren Tagen in der Woche geöffnet ist. Regelmäßige Führungen starten von der Hütte aus und bieten Einblicke in das Schutzgebiet sowie die Möglichkeit, die Vogelwelt vor Ort zu beobachten. Die Teilnahme ist kostenfrei, Spenden werden jedoch begrüßt.
Das Naturschutzgebiet ist für Wassersportler klar abgegrenzt: Um die Vogelwelt zu schützen, gelten auf den umliegenden Gewässern Fahrverbote für Wasserfahrzeuge. Zugangsmöglichkeiten zu Fuß oder mit dem Fahrrad bestehen, wobei der Übergang zum Strand möglich ist. Ein Weiterkommen in Richtung Lotseninsel oder Schleimünde ist jedoch nicht gestattet. Neben dem Besuch der Ausstellung und den Führungen bietet das Gelände auch Raum für längere Aufenthalte – viele Besucher berichten von ruhigen Stunden inmitten der Natur, bei denen auch Rehe und verschiedene Vogelarten dicht am Menschen zu beobachten sind.