Gelebtes Museum
Highlights
- Das Gelebte Museum Mähring zeigt das Leben an der deutsch-tschechischen Grenze.
- Es liegt im ehemaligen Rathaus von Mähring und wurde 2015 eröffnet.
- Die Dauerausstellung thematisiert die Geschichte des Grenzraums und die Wiedervereinigung der Nachbarn.
Tipps
- Das Museum zeigt eindrucksvoll das Leben an der deutsch-tschechischen Grenze – ein Besuch lohnt sich besonders für Interessierte der Regionalgeschichte.
- Im Museum sind Fundstücke aus dem verschwundenen Dorf Lohhäuser zu sehen, ergänzt durch Berichte zur Grenzöffnung 1990.
- Der 360°-Rundgang online bietet einen guten Einstieg, bevor man das ehemalige Rathaus in Mähring persönlich besucht.
Eigenschaften
Über Gelebtes Museum
Das Gelebte Museum Mähring befindet sich im ehemaligen Rathaus der Gemeinde und widmet sich der Geschichte des Lebens an der deutsch-tschechischen Grenze. Die Ausstellung im Zentrum des Ortes wurde im Jahr 2015 eröffnet und ist Teil des Museumsverbundes das zwoelfer – Die Museen im Landkreis Tirschenreuth. Die Region rund um Mähring war vor dem Zweiten Weltkrieg ein gemeinsamer Kulturraum, in dem der Austausch mit den östlichen Nachbarn selbstverständlich war. Diese Zeit des Miteinanders endete abrupt durch die Vertreibung der deutschen Bevölkerung und die Errichtung des Eisernen Vorhangs.
Im Mittelpunkt der Dauerausstellung steht das verschwundene Dorf Lohhäuser, dessen Bewohner den Ort verlassen mussten. Die Siedlung wurde danach abgerissen, doch einzelne Fundstücke aus dem ehemaligen Dorf sind im Museum zu sehen. Die Ausstellung erinnert eindrücklich daran, wie politische Entscheidungen das Leben der Menschen an der Grenze grundlegend veränderten. Sie dokumentiert auch die Wiederannäherung der Nachbarn nach Jahrzehnten der Trennung, etwa anlässlich der ersten Grenzöffnungstage, die große Menschenmengen aus beiden Ländern zusammenbrachten.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Entwicklung ab 1990, als die Grenze geöffnet wurde und der Austausch zwischen den Regionen allmählich wieder aufgenommen werden konnte. Mit dem Beitritt der Tschechischen Republik zur Europäischen Union im Jahr 2004 fielen auch die letzten Grenzkontrollen weg. Diese historischen Veränderungen werden im Museum anhand von Objekten, Dokumenten und Erinnerungen nachvollziehbar gemacht. Die Darstellung schafft einen anschaulichen Zugang zur jüngeren Geschichte der Region im Landkreis Tirschenreuth.
Besucher loben das Museum als „sehr schön“ und „klein, aber fein“ mit interessanten Ausstellungsstücken. Die hohe Qualität der Präsentation wurde 2018 durch den Denkmalpreis des Bezirks Oberpfalz anerkannt. Das Gelebte Museum Mähring die besondere Grenzgeschichte der Region zu entdecken und die Spuren einer oft übergangenen Zeit der Teilung und des Wiedervereinigens zu erkunden.