Brunnen Leiterstraße
Eigenschaften
Kulturdenkmal Brunnen Leiterstraße in Magdeburg entdecken
Der Brunnen Leiterstraße in Magdeburg ist ein bemerkenswertes kulturelles Denkmal und eine künstlerische Besonderheit in der Magdeburger Altstadt. Entworfen vom Bildhauer Heinrich Apel, zählt er heute zu den originellsten und symbolischsten Brunnenwerken der Stadt. Seine auffällige Gestaltung und reichhaltige Figurenpräsenz machen ihn zu einem lohnenswerten Ausflugsziel für Kultur- und Kunstinteressierte. Der Brunnen steht im Zentrum einer platzartigen Erweiterung der Leiterstraße, die als Fußgängerzone gestaltet ist.
Die künstlerische Umsetzung erfolgte in den 1970er Jahren, wobei die technische Realisierung durch verschiedene Betriebe der damaligen DDR unterstützt wurde. Der Guss des Brunnens fand erst 1986 statt, im Zuge der verzögerten Fertigstellung der umliegenden Fußgängerzone. Die Figuren selbst entstanden in der renommierten Kunst- und Glockengießerei Lauchhammer. Der Brunnen wurde im Jahr 1986 feierlich eingeweiht und erhielt bereits 1989 eine eigene DDR-Briefmarke. Im Jahr 2024 wurde er offiziell als Kleindenkmal in das Denkmalverzeichnis des Landes Sachsen-Anhalt aufgenommen.
Gestalterisch zeigt sich der Brunnen als großer Bronzekessel, der auf einem runden, backsteinernen Podest mit mehreren Stufen ruht. An seiner Ostseite ziert das Wappen der Stadt Magdeburg den Kessel. Um den Topf verläuft eine geschlossene Wasserrinne. Auf und um das Podest verteilt sind insgesamt 22 Figuren angeordnet – darunter nackte Menschen, Tiere und mythische Wesen. Besonders auffallend sind die Faune, die als Wasserspeier fungieren, sowie weitere mythologische Gestalten wie Sirenen, eine Schlange, ein Fisch und ein Ziegenbock. Eine Leiter führt vom Podest zum Topfrand, wo ein Faun mit Wassereimer steht und somit eine Verbindung zwischen dem Brunnen und seiner Umgebung symbolisiert.
Im Zentrum des Brunnens thront eine hohe Stele, um die sich eine Schlange windet. Auch eine Schnecke und eine Eidechse finden dort Platz. Auf der Spitze der Stele sitzen zwei sich turtelnde Tauben – Symbole der Liebe. Die Interpretation des Brunnens ist vielschichtig: Motive von Sexualität, Lebensfreude und menschlicher Interaktion prägen das Gesamtbild. Der Brunnen knüpft dabei an mittelalterliche Traditionen städtischer Brunnen an und verleiht ihnen eine moderne, humorvolle und zugleich provokante Note. Als kulturelles Kleinod inmitten der Leiterstraße lädt er dazu ein, innezuhalten, zu betrachten und zu staunen.