Hubbrücke Handelshafen
Highlights
- Die Hubbrücke Handelshafen in Magdeburg wurde 1894 für die Hafenbahn errichtet und ist heute ein technisches Denkmal.
- Sie ermöglichte durch ihre Hubkonstruktion den Betrieb von Bahn und Schifffahrt auch bei Hochwasser.
- 1980 wurde der Eisenbahnverkehr eingestellt, seit 2013 ist die Brücke barrierefrei für Fußgänger nutzbar.
Tipps
- Die Hubbrücke Handelshafen ist barrierefrei für Fußgänger und Radfahrer nutzbar und bietet einen historischen Einblick in die Hafenarchitektur.
- Das Gelände rund um die Brücke eignet sich für Spaziergänge und Entdeckungstouren im ehemaligen Hafenbereich.
- Nachts ist der Zugang zum Handelshafen eingeschränkt, was die Besichtigung der Brücke erschweren kann.
Eigenschaften
Über Hubbrücke Handelshafen
Die Hubbrücke Handelshafen in Magdeburg ist ein technisches Denkmal im Stadtteil Alte Neustadt und zählt heute zu den sehenswerten Kultur- und Architekturzeugnissen der Stadt. Errichtet für den Betrieb der Hafenbahn, ermöglichte sie den Verkehr über den Kanal, der vom Handelshafen zur Elbe führt. Ihre Konstruktion als Hubbrücke diente dazu, bei Hochwasser den Schiffsverkehr zu ermöglichen, während der Eisenbahnverkehr zeitweise unterbrochen oder angepasst werden konnte.
Die Brücke verfügt über eine Stahlfachwerkkonstruktion mit einer Stützweite von 32 Metern und einem Gewicht von rund 129 Tonnen. Auf jeder Seite sind Ecktürme angebracht, in denen sich jeweils 30 Tonnen schwere Gegengewichte befinden. Diese sind über Stahlseile und Umlenkrollen mit der Trogbrücke verbunden und sorgen für einen effizienten Gewichtsausgleich. Ursprünglich wurde die Brücke hydraulisch betrieben, später erhielt sie einen Elektroantrieb, der bis in die späten 1970er Jahre funktionierte. Danach wurde sie stillgelegt und diente nur noch dem Fußgängerverkehr.
Nach mehreren Jahren der Inaktivität und aufgrund des morschen Zustands der Holzträger wurde die Brücke zeitweise für den Publikumsverkehr gesperrt. Durch umfangreiche Instandsetzungsarbeiten, unter anderem durch den Austausch der Beplankung durch moderne Kunststoff-Holzimitate, wurde sie wiederhergestellt und ist seit Anfang 2013 barrierefrei für nicht motorisierten Verkehr freigegeben. Die Treppen wurden entfernt und die Brücke in eine niedrige Position gebracht, um den Zugang zu erleichtern.
Ein besonderes Merkmal der Brücke sind die noch vorhandenen Brückendeckungssignale, sogenannte Deckungscheiben, die früher den Eisenbahnverkehr regelten. Diese zeigen bei Bedarf eine rote Haltscheibe an, um den Durchgang zu sperren, solange die Brücke geöffnet ist. Heute sind die Signale ohne Funktion, das am südlichen Brückenkopf angebrachte Signal kann jedoch noch manuell bedient werden. Solche historischen Signale sind in Deutschland heute selten und haben eine gewisse bahntechnische Bedeutung.
Die Hubbrücke ist Teil des Wissenschaftshafens und steht im Kontext weiterer Exponate technischer Architektur. Sie gilt als kulturhistorisches Highlight im Handelshafen und zieht Besucher durch ihre gut erhaltene Substanz und den Einblick in die Funktionsweise beweglicher Eisenbahnbrücken. Mit einem Bewertungsdurchschnitt von 4,6 von 5 Sternen bei knapp 50 Bewertungen wird die Brücke als lohnenswertes Zeugnis der industriellen Baukunst wahrgenommen.