Denkmal/Gedenkstätte

Burgkirche Ingelheim

06132 432810, 55218 Ingelheim am Rhein

Highlights

  • Sie wurde nach der Stadtvereinigung 1939 zur Unterscheidung von der Saalkirche in Nieder-Ingelheim benannt.
  • Vor der Reformation hieß sie St. Wigbert und war dem Schutzpatron des Klosters Hersfeld geweiht.

Tipps

  • Shuttlebus vom Bahnhof zur Burgkirche ist kostenlos und bequem.
  • Parkplätze in der Umgebung sind ausreichend vorhanden.
  • Weihnachtsmarkt vor der historischen Kulisse ist besonders reizvoll.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Burgkirche Ingelheim

Die Burgkirche Ingelheim in Ober-Ingelheim zählt zu den bedeutenden kulturhistorischen Zeugnissen der Stadt Ingelheim am Rhein im Landkreis Mainz-Bingen, Rheinland-Pfalz. Ursprünglich dem Heiligen Wigbert geweiht, war die Kirche eng mit der mittelalterlichen Kaiserpfalz und später mit der Blütezeit des Ingelheimer Oberhofs verknüpft. Die heutige Bausubstanz vereint romanische und spätgotische Bauelemente: Der romanische Wehrturm entstand um das frühe 12. Jahrhundert, während der Chor im Spätmittelalter, etwa um das Jahr 1400, umgebaut wurde. Der Umbau erfolgte nach dem sogenannten „Matroschka“-Prinzip, bei dem die neue Kirche über und um die alte herum errichtet wurde.

Die Kirche liegt direkt hinter der restaurierten Wehrmauer des ehemaligen Oberhofs und präsentiert sich damit als Teil eines größeren historischen Ensembles, das auch archäologische und baugeschichtliche Spuren der mittelalterlichen Stadtbefestigung zeigt. Der Haupteingang befindet sich ungewöhnlich auf der Nordseite, was möglicherweise auf eine ursprüngliche Funktion als Totenkirche hinweist. Innenarchitektonische Besonderheiten wie die noch sichtbaren gotischen Obergadenfenster an der Südseite sowie der erhaltene Dachstuhl aus dem 14. Jahrhundert zeugen von der komplexen Baugeschichte. Der romanische Turm verfügt über ein altes Uhrwerk, das bis ins Mittelalter zurückreicht, sowie über spätere Ergänzungen aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg.

Die Burgkirche ist nicht nur ein Gotteshaus, sondern auch ein Ort der Erinnerung: In und an den Außenmauern befinden sich zahlreiche Grabmäler namhafter Persönlichkeiten der Region, darunter Vertreter adeliger Geschlechter aus dem Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit. Die Epitaphe und Totenschilde sind wichtige Zeugnisse lokaler und regionaler Geschichte. Die Kirche selbst wurde nach der Zusammenlegung mehrerer Gemeinden zur Stadt Ingelheim am Rhein im Jahr 1939 benannt, um sie von der evangelischen Saalkirche in Nieder-Ingelheim zu unterscheiden. Seitdem dient sie als evangelische Kirche und Kulturort.

Im Kontext kultureller Veranstaltungen, etwa des alljährlich stattfindenden Weihnachtsmarktes, gewinnt die Burgkirche eine besondere Atmosphäre. Ihre unmittelbare Lage neben der historischen Bebauung und den erhaltenen Wehranlagen trägt dazu bei, den Besucher in eine andere Zeit zu versetzen. Die Erschließung des Standorts ist gut geregelt, sowohl durch ausreichend vorhandene Parkplätze in der näheren Umgebung als auch durch einen kostenlosen Shuttlebus vom Bahnhof, der während besonderer Anlässe wie des Weihnachtsmarktes verkehrt.

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