Denkmal/Gedenkstätte

ehemalige Synagoge Ober-Olm mit Gedenktafel

Ob. Bitzer Str. 19, 55270 Ober-Olm

Highlights

  • Die ehemalige Synagoge in Ober-Olm war bis 1938/42 Zentrum der kleinen jüdischen Gemeinde im Ort.
  • 1845 wählten 21 Essenheimer und 10 Ober-Olmer Juden gemeinsam ihren Gemeindevorsteher – Beleg für regionale Vernetzung.
  • Eine Gedenktafel erinnert an die jahrhundertelange jüdische Präsenz und die Zerstörung der Synagoge während der NS-Zeit.

Tipps

  • Führungen oder Ausstellungsmaterialien ergänzen den Besuch und verdeutlichen die Rolle der Synagoge als zentraler Ort des jüdischen Gemeindelebens in der Region.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Ehemalige Synagoge Ober-Olm – Jüdisches Denkmal

Die ehemalige Synagoge in Ober-Olm ist ein bedeutendes historisches Denkmal, das an die jahrhundertelange Präsenz der jüdischen Gemeinde in der Region erinnert. Bereits im 18. Jahrhundert gab es in Ober-Olm eine kleine jüdische Gemeinschaft, wie ein Dokument aus dem Jahr 1788 belegt, das den „Juden Leib-Zoll“ erwähnt. Die Gemeinde entwickelte sich im Laufe des 19. Jahrhunderts, wobei die Zahl der jüdischen Einwohner zwischen 1807 und 1861 zwischen fünf und 47 Personen schwankte. Dies zeigt die Bedeutung der jüdischen Bevölkerung für das lokale Leben, auch wenn sie stets eine Minderheit blieb.

Die Synagoge selbst war ein zentraler Ort des religiösen und gesellschaftlichen Lebens der jüdischen Gemeinde. Neben der religiösen Funktion diente sie auch als Treffpunkt für kulturelle und karitative Aktivitäten. Ein Beispiel hierfür ist der Israelitische Kranken- und Sterbeverein, der die Gemeinschaft organisierte und unterstützte. Prominente Persönlichkeiten wie Alex Abraham, der ein erfolgreiches Handelsgeschäft für Saatgut und Düngemittel betrieb, prägten das wirtschaftliche und soziale Gefüge der Region. Auch der Lehrer und Vorbeter Hermann Golding war über Jahrzehnte in Ober-Olm und dem benachbarten Essenheim tätig und stärkte den Zusammenhalt der jüdischen Gemeinde.

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten endete die Blütezeit der jüdischen Gemeinde. Heute erinnert eine Gedenktafel an diesem Ort an die Geschichte der jüdischen Gemeinde und die Opfer des Nationalsozialismus. Die Tafel dient als Mahnmal und mahnt zur Erinnerung an die Verfolgung und den Verlust der kulturellen Vielfalt in Ober-Olm.

Die ehemalige Synagoge ist heute ein Ort der Reflexion über die Geschichte der jüdischen Bevölkerung in der Region. Sie steht im Kontext weiterer jüdischer Einrichtungen und Geschäfte, die in Ober-Olm und den umliegenden Orten wie Essenheim oder Klein-Winternheim ansässig waren. Zu diesen gehörten unter anderem Manufakturwarenhändler wie die Familie Mayer oder der Fellhändler Jakob Mayer, deren Anwesenheit die wirtschaftliche und soziale Verankerung der jüdischen Gemeinschaft unterstreicht.

Der Besuch der Gedenktafel und des historischen Ortes bietet die Möglichkeit, sich mit der lokalen Geschichte auseinanderzusetzen und die Bedeutung der jüdischen Kultur für Ober-Olm zu würdigen. Die Synagoge steht als Symbol für den Verlust, aber auch für den Widerstand und die Erinnerung an eine Zeit, in der religiöse und kulturelle Vielfalt zum Alltag gehörten. Sie lädt dazu ein, die Vergangenheit zu reflektieren und die Bedeutung von Toleranz und Erinnerung für die Gegenwart zu verstehen.

In der Nähe

Wetter & Pollenflug am Standort

Wetter wird geladen…
7-Tages-Vorhersage…