Denkmal/Gedenkstätte

Johanna Sichel

55116 Mainz

Highlights

  • Sie unterrichtete an der Höheren Mädchenschule in Mainz und wurde dort wegen ihres Fachwissens und ihrer Beliebtheit geschätzt.
  • Ihre ehemalige Schülerin Anna Seghers verewigte sie literarisch im Werk 'Der Ausflug der toten Mädchen'.

Tipps

  • Gedenktafel in der Margarethengasse 10 informiert über das Leben von Johanna Sichel.
  • Besuch des ehemaligen Standorts der Synagoge in der Nachbarschaft lohnt sich für historischen Kontext.
  • Frauenlob-Gymnasium Mainz bietet Einblicke in die Bildungsgeschichte der Region.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Kulturdenkmal Johanna Sichel in Mainz entdecken

Die Johanna Sichel ist eine bedeutende Persönlichkeit in der Geschichte der Stadt Mainz und steht exemplarisch für das Schicksal vieler jüdischer Lehrkräfte unter dem Nationalsozialismus. Geboren in Mainz, wuchs sie in der Mainzer Altstadt auf, in unmittelbarer Nachbarschaft zur Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft. Als Kind einer jüdischen Familie, die dort seit Generationen verwurzelt war, entwickelte Johanna Sichel früh ein Interesse an Bildung und Sprachen. Nach dem Besuch der Mädchenschule begann sie mit dem Schulbesuch an einer neu gegründeten Höheren Mädchenschule, die heute als Frauenlob-Gymnasium Mainz bekannt ist. Nach erfolgreichem Abschluss absolvierte sie eine Ausbildung am Großherzoglichen Lehrer-Seminar. Danach sammelte sie erste praktische Erfahrungen durch ein Hospitationsjahr an ihrer ehemaligen Schule. Danach reiste sie für einige Zeit ins Ausland, um ihre Sprachkenntnisse zu vertiefen. Trotz ihrer Qualifikationen erhielt sie nach ihrer Rückkehr zunächst keine Lehrstelle und arbeitete zeitweise im Geschäft ihrer Familie, während sie Privatunterricht erteilte. Aufgrund des Mangels an Lehrkräften erhielt Johanna Sichel eine Anstellung an einer Schule in Mainz. Bald wurde sie fester Bestandteil des Kollegiums und unterrichtete verschiedene Fächer. Sie genoss hohes Ansehen bei Schülerinnen und Kollegen. Doch mit dem Aufstieg des Nationalsozialismus änderte sich ihr Leben grundlegend. Trotz ihrer frühen Konversion zum katholischen Glauben wurde Johanna Sichel im nationalsozialistischen Deutschland als „Volljüdin“ eingestuft. Im Zuge der Arisierungsmaßnahmen wurde sie aus dem Schuldienst entlassen. Ihre langjährige pädagogische Tätigkeit und ihr Engagement für Bildung wurden aufgrund rassistischer Ideologie beendet. Später wurde sie in ein Ghetto und Durchgangslager in Polen deportiert. Ihr genaues Todesdatum und -ort sind nicht bekannt. Ihre Schülerin Annette „Netti“ Reiling, später unter dem Pseudonym Anna Seghers bekannt, verewigte Johanna Sichel in ihrem Roman „Der Ausflug der toten Mädchen“, in dem sie ihr ein literarisches Denkmal setzte. Damit wurde ihr Schicksal zu einem Symbol für die Verfolgung jüdischer Lehrkräfte und die Opfer des Nationalsozialismus in Mainz. Heute steht der Name Johanna Sichel für die Erinnerung an eine engagierte Pädagogin und für die Wichtigkeit der Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit in der Region.

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Häufige Fragen zu Johanna Sichel

Wer war Johanna Sichel?
Johanna Sichel war eine jüdische Lehrerin aus Mainz, die aufgrund der nationalsozialistischen Rassenpolitik 1942 deportiert wurde. Stand Juni 2026.

Quelle: wikipedia

Wann wurde Johanna Sichel geboren?
Johanna Sichel wurde am 5. April 1879 in Mainz geboren. Stand Juni 2026.

Quelle: wikipedia

Was geschah mit Johanna Sichel unter den Nationalsozialisten?
Sie wurde wegen ihrer jüdischen Herkunft aus dem Schuldienst entlassen und 1942 in das Ghetto Piaski deportiert. Stand Juni 2026.

Quelle: wikipedia

Welche Schule besuchte Johanna Sichel in Mainz?
Sie besuchte das Institut einer Frau Klein und später die Höhere Mädchenschule in Mainz, das heutige Frauenlob-Gymnasium. Stand Juni 2026.

Quelle: wikipedia