Denkmal/Gedenkstätte

Römischer Sarkophag vom Greifenberg

55286 Sulzheim

Highlights

  • 1978 wurden auf dem Greifenberg drei römische Sarkophage entdeckt.
  • Die Sarkophage enthielten Skelette sowie Glasgegenstände als Beigaben.
  • Datierung der Funde erfolgte ins 4. Jahrhundert n. Chr.

Tipps

  • Der Sarkophag ist bei Weinbergsumlegung 1978 entdeckt worden.
  • Beigaben wie Glasgegenstände wurden in zwei Sarkophagen gefunden.
  • Das Skelett des dritten Sarkophags war ein Kind, keine Beigaben erhalten.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Römischer Sarkophag vom Greifenberg

Der Römische Sarkophag vom Greifenberg befindet sich im Ort Sulzheim im Bundesland Rheinland-Pfalz. Die archäologische Fundstelle liegt auf der Bergkuppe „Der vordere Greifenberg“ und zählt zu den bedeutenden Zeugnissen der spätantiken Besiedlung in der Region. 1978 wurden bei einer Weinbergsumlegung drei römische Sarkophage entdeckt, die nebeneinander angeordnet waren. Während der Rodungsarbeiten wurden die Deckel der Sarkophage durch eine Planierraupe beschädigt. In den Sarkophagen fanden sich Skelette, die jeweils auf einem Gipsbett lagen.

Die Bestattungen enthielten verschiedene Beigaben, die Aufschluss über die Lebensweise und die Rituale der damaligen Zeit geben. Im ersten Sarkophag wurde eine Glasphiole geborgen, im zweiten ein Glasjugendkrug. Der dritte Sarkophag beherbergte die sterblichen Überreste eines Kindes. In diesem Fund wurden zudem Hohlräume festgestellt, die vermuten lassen, dass ein stabartiger Holzgegenstand als Beigabe mitbestattet worden war. Die Datierung der Sarkophage wird ins vierte Jahrhundert gesetzt, was sie zu wichtigen Kulturdenkmälern der Spätantike macht.

Obwohl die Sarkophage erhalten blieben, ist die zugehörige Siedlungsstelle bisher nicht lokalisiert worden. In älteren archäologischen Untersuchungen wurden jedoch Hinweise auf zwei villae rusticae in der Gemarkung von Sulzheim dokumentiert. Bereits im 19. Jahrhundert erwähnte Ludwig Lindenschmit Reste römischen Mauerwerks sowie Ziegel und Gefäßscherben bei der ehemaligen Rommersheimer Mühle. Diese Befunde konnten bisher nicht exakt datiert werden, doch es wird angenommen, dass es sich um die Überreste einer römischen Villa handeln könnte. Weitere mögliche Funde einer villa rustica ergaben sich in der Gemarkung „Im Weiler“, östlich der Hagelkuppe in Richtung Vendersheim.

Die Entdeckung der Sarkophage vom Greifenberg unterstreicht die Bedeutung Sulzheims als ehemaligen römischen Siedlungsraum. Die archäologischen Befunde tragen zur Erforschung der ländlichen Besiedlung im Umland von Mainz bei und verdeutlichen die kulturelle wie historische Relevanz der Region. Die Sarkophage selbst sind heute nicht mehr an ihrem ursprünglichen Fundort aufgestellt, sondern befinden sich in einer Lagerung, während die wichtigsten Fundstücke im Alzeyer Stadtmuseum ausgestellt sind.

Am ursprünglichen Standort informiert eine kleine Infotafel über die Entdeckung der Sarkophage und ihre historische Einordnung. Die Stelle gehört zum Rundweg „Die Römer in Rheinhessen“, der verschiedene archäologische Stationen in der Region verbindet. Mit einem Google-Rating von 4,40 von 5 Sternen bei 23 Bewertungen wird der Ort als lohnenswertes Kulturdenkmal angesehen, auch wenn die vor Ort verfügbaren Informationen begrenzt sind.

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