Schloss Malberg
Highlights
- Schloss Malberg wurde 1708–1716 nach Plänen des venezianischen Architekten Matteo Alberti als barocker Herrensitz erbaut.
- Die Edelherren von Malberg zählen zu den ältesten Adelsgeschlechtern Luxemburgs und traten seit dem 12. Jahrhundert als Zeugen auf.
- Die Schlosskapelle beherbergt zehn barocke Skulpturen und wurde im Rahmen der Schlossumbauarbeiten gestaltet.
Tipps
- Der Besuch der Schlossanlage bietet Einblicke in die barocke Architektur des 18. Jahrhunderts, wie sie vom venezianischen Architekten Matteo Alberti gestaltet wurde.
- Die Schlosskapelle beherbergt zehn barocke Skulpturen, die als künstlerische Highlights der historischen Bausubstanz gelten.
- Die historische Bedeutung des Ortes als germanische Versammlungsstätte und spätere Adelsresidenz wird durch archäologische und urkundliche Quellen belegt.
Eigenschaften
Schloss Malberg – Kulturdenkmal in Malberg entdecken
Das Schloss Malberg thront als historisches Juwel auf einem Hügel in der malerischen Eifel und verbindet über tausend Jahre Geschichte mit barocker Pracht. Der Name „Mahal-Berg“ leitet sich vom althochdeutschen „mahal“ ab, das einen Versammlungsort oder eine germanische Richtstätte bezeichnete – ein Hinweis auf die frühe Bedeutung dieses Geländes. Bereits im Jahr 1008 taucht mit dem „vir nobilis Ravengar“ ein edler Herr auf, der über zwei Burgen auf der Anhöhe herrschte. Die Edelherren von Malberg gehörten zu den ältesten Adelsgeschlechtern Luxemburgs und traten seit dem frühen 12. Jahrhundert als Zeugen neben den Grafen von Luxemburg auf.
Im Lauf der Jahrhunderte wechselte die Herrschaft über Malberg mehrfach. 1302 wurde es offiziell ein luxemburgisches Lehen, doch erst 1681 wurden die Herren von Veyder durch Vertrag zu den endgültigen Besitzern. Ihr Einfluss gipfelte im 18. Jahrhundert, als der Weihbischof Johann Werner de Veyder den venezianischen Architekten Matteo Alberti mit der barocken Umgestaltung des Schlosses beauftragte. Zwischen 1708 und 1723 entstand so ein repräsentativer Herrensitz, der bis heute von der prunkvollen Architektur des Barock zeugt. Die Schlosskapelle beherbergt zudem zehn barocke Skulpturen, die den künstlerischen Wert der Anlage unterstreichen.
Neben der Architektur prägte die Familie Veyder-Malberg auch die wirtschaftliche Entwicklung der Region. 1749 ließ Franz-Moritz ein Eisenwerk an der Kyll errichten, das der feudalen Herrschaft eine moderne Grundlage gab. Doch mit der Einführung des Code civil verlor die Familie im 19. Jahrhundert ihre herrschaftlichen Rechte und Renten. Dennoch blieb das Schloss ein kulturelles Zentrum: Der Kölner Weihbischof Johann Werner de Veyder plante hier nicht nur das „Neue Haus“, sondern auch die Kapelle, die ebenfalls nach Entwürfen Albertis entstand.
Obwohl die Anlage nicht barrierefrei zugänglich ist, bietet sie mit ihrem rollstuhlgerechten WC eine Teilhabe für Besucher. Öffentliche Führungen ermöglichen Einblicke in die vergangene Gloria der Edelherren und ihre prägende Rolle in der Region. Als Zeugnis luxemburgischer und eifeler Geschichte bleibt das Schloss ein faszinierender Ort zwischen Tradition und architektonischem Erbe.