Großsteingrab Giekau
Highlights
- Das Großsteingrab Giekau ist eine jungsteinzeitliche Hünenbettanlage der Trichterbecherkultur im Kreis Plön.
- Es liegt östlich von Giekau am Waldgebiet Strezerberg und ist etwa 1 km von Panker entfernt.
- Die Grabkammer im Norden des 27 Meter langen Hügels ist teilweise erhalten, der südliche Teil fehlt.
Tipps
- Das Großsteingrab Giekau liegt östlich des Ortes am Rand des Strezerberg-Waldes und ist über einen gepflasterten Weg erreichbar.
- Vom Hünenbett sind heute noch Teile der Steinumfassung und die nord-südlich orientierte Grabkammer mit einem auffälligen Deckstein erhalten.
- Der Deckstein des Grabes verfügt über etwa 30 Schälchen und ist ein seltenes Beispiel für einen Schalenstein in Schleswig-Holstein.
Eigenschaften
Über Großsteingrab Giekau
Das Großsteingrab Giekau ist eine archäologisch bedeutsame megalithische Grabanlage der Trichterbecherkultur und liegt im Ort Giekau im Kreis Plön, Schleswig-Holstein. Die Anlage zählt zu den Hünenbetten und ist Teil der vielfältigen Kulturlandschaft der jungsteinzeitlichen Megalithgräber in der Region. Es trägt die Sprockhoff-Nummer 186 und gilt aufgrund seiner Erhaltung und besonderen Merkmale als bemerkenswertes Zeugnis der Vergangenheit.
Die Grabanlage befindet sich östlich des Ortes Giekau am nordwestlichen Rand des Waldgebietes Strezerberg. In unmittelbarer Nähe, etwa einen Kilometer entfernt, lassen sich weitere Großsteingräber bei Panker finden. Die Ausrichtung des Hünenbetts verläuft annähernd nord-südlich. Es misst eine Länge von 27 Metern und zeigt nördlich eine Breite von 12 Metern, während es im Süden schmaler mit etwa 8 Metern ist. Die ursprüngliche Hügelschüttung ist heute noch zu einem gewissen Teil erhalten und ragt noch etwa 1,2 Meter über die Umgebung hinaus.
Die Umfassungssteine sind heute hauptsächlich entlang der Längsseiten und vor allem in der Nordhälfte des Grabhügels sichtbar. Am Nordende der Anlage befindet sich die Grabkammer, die ebenfalls nord-südlich ausgerichtet ist. Von dieser sind mehrere Wandsteine erhalten: zwei an der westlichen und drei an der östlichen Längsseite. An der nördlichen Stirnseite finden sich zwei Abschlusssteine sowie ein auffallender Deckstein, der aus dem Erdreich herausragt. Die südliche Kammerhälfte ist nicht mehr erhalten. Die Wandsteine selbst sind vollständig von Erde bedeckt, was eine detailgenaue Bestimmung der Kammermaße und ihres exakten Typs erschwert.
Besonders auffällig ist der Deckstein der Grabkammer, der an seiner Oberseite rund 30 sogenannte Schälchen aufweist. Solche Schalensteine sind in der nordischen Megalithkultur selten und gelten als archäologisch interessant. Sie zeugen von späteren Nutzungen oder Bearbeitungen der Steine, möglicherweise im Zuge ritueller Handlungen. Dieses Merkmal zieht vereinzelt Besucher an, die den Stein und seine Bearbeitung genauer betrachten möchten.
Das Großsteingrab Giekau ist ein stillgelegter Friedhof und heute ein geschützter Kulturdenkmalort. Es bietet Einblicke in die Bestattungsbräuche und Weltanschauung der jungsteinzeitlichen Bevölkerung der Region. Die archäologische Bedeutung der Anlage wird durch ihre Erwähnung in wissenschaftlichen Werken wie dem „Atlas der Megalithgräber Deutschlands“ von Ernst Sprockhoff unterstrichen. Obwohl große Teile der Struktur heute nicht mehr sichtbar sind, bleibt das Objekt ein eindrucksvolles Beispiel für die Vielfalt megalithischer Grabanlagen in Schleswig-Holstein.