ehemalige Zerfer Synagoge
Highlights
- Die ehemalige Synagoge in Niederzerf war Mittelpunkt einer kleinen jüdischen Gemeinde bis 1938.
- Etwa 20 jüdische Einwohner lebten 1933 in Niederzerf und Umgebung, darunter die Familien Herrmann und Hermann.
- Während der NS-Zeit wurden viele Gemeindemitglieder deportiert und ermordet, darunter Josef und Siegfried Herrmann.
Tipps
- Besucher finden die Synagoge in Niederzerf, Gemeinde Zerf, im Kreis Trier-Saarburg.
- Die jüdische Gemeinde bestand bis 1938 und nutzte eine Synagoge, eine Religionsschule und einen Friedhof.
- Erinnerungsarbeit vor Ort dokumentiert die Geschichte der jüdischen Familie Herrmann und anderer Gemeindemitglieder.
Eigenschaften
Über ehemalige Zerfer Synagoge
Die ehemalige Zerfer Synagoge befindet sich im Ortsteil Niederzerf der Gemeinde Zerf im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz. Sie ist ein bedeutendes Zeugnis jüdischer Geschichte und Kultur in der Region. Die jüdische Gemeinde in Niederzerf entstand erst ab den 1830er Jahren und blieb über die folgenden Jahrzehnte hinweg klein. Dennoch gelang es ihr, eine enge Verbindung zu anderen jüdischen Familien in benachbarten Orten wie Greimerath, Schillingen, Pellingen sowie Losheim am See aufzubauen und so eine gemeinsame religiöse und kulturelle Gemeinschaft zu bilden.
Die Synagoge selbst war Mittelpunkt des religiösen Lebens der Gemeinde und diente auch jüdischen Familien aus den umliegenden Dörfern als Versammlungs- und Gebetsstätte. Neben der Synagoge unterhielt die Gemeinde weitere zentrale Einrichtungen, darunter eine Religionsschule und einen eigenen Friedhof. In den 1920er Jahren zählte die Gemeinde etwa zwei Dutzend Mitglieder, wobei Personen wie Daniel Herrmann, Max Herrmann und Albert Herrmann die Gemeinde leiteten. Die religiöse Betreuung erfolgte durch Bezirksrabbiner Dr. Altmann aus Trier.
Die Zeit des Nationalsozialismus brachte für die jüdische Gemeinde von Niederzerf und der Umgebung dramatische Veränderungen. Unter dem Druck wirtschaftlicher Boykotte, Entrechtung und staatlicher Repressalien zogen Teile der Gemeinde fort oder wanderten aus. Der Novemberpogrom 1938 markierte einen weiteren schweren Einschnitt. In Pellingen wurde beispielsweise das Lebensmittelgeschäft der Familie Herrmann verwüstet. Viele Gemeindemitglieder wurden später Opfer der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik. Listen von Yad Vashem und dem Gedenkbuch verzeichnen zahlreiche Namen von jüdischen Personen aus Niederzerf, Greimerath, Schillingen, Pellingen und Losheim, die im Holocaust ermordet wurden.
Heute erinnert die ehemalige Synagoge als Kulturdenkmal an die einst lebendige jüdische Gemeinde in Zerf und seiner Umgebung. Sie steht im Kontext weiterer jüdischer Kulturdenkmale im Landkreis Trier-Saarburg und ist Teil der regionalen Erinnerungsarbeit. Die Geschichte der Synagoge und ihrer Gemeinde wird in Forschungsprojekten und durch Vereinigungen wie Alemannia Judaica sowie in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Jüdische Friedhöfe dokumentiert und bewahrt.