Denkmal/Gedenkstätte

Friedensengel von Gerhard Marcks

68163 Mannheim

Highlights

  • Der Friedensengel von Gerhard Marcks in Mannheim ist ein Denkmal für die Opfer des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs.
  • Er wurde 1951/52 auf Initiative des Oberbürgermeisters Hermann Heimerich geschaffen.
  • Die Skulptur steht am Schillerplatz und symbolisiert Trauer und Mahnung zugleich.

Tipps

  • Der Friedensengel befindet sich im Stadtteil E6, nahe der Bürgerspitalkirche, und ist gut zu Fuß erreichbar.
  • Der Standort des Denkmals ist ehemals ein Parkplatz, heute ein ruhiger Ort abseits des Stadtverkehrs.
  • Die Skulptur lädt zum Innehalten und Reflektieren über die Opfer des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs ein.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Friedensengel von Gerhard Marcks

Der Friedensengel von Gerhard Marcks ist ein Denk- und Mahnmal in Mannheim, das an die Opfer des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs erinnert. Die Skulptur wurde in den frühen 1950er Jahren vom renommierten Bildhauer Gerhard Marcks geschaffen, der selbst unter der NS-Diktatur gelitten hatte. Das Werk steht in einem Park im Stadtteil E6 und befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Bürgerspitalkirche. Die Figur wird auch als „Mannheimer Engel“ oder im Volksmund als „Die schepp’ Liesel“ bezeichnet, eine Anspielung auf ihre auffällige, schräg stehende Haltung.

Die Entstehung des Denkmals ist eng verknüpft mit der Nachkriegsdebatte um den Umgang mit der NS-Vergangenheit. Verschiedene politische und gesellschaftliche Gruppen in Mannheim stritten damals um die angemessene Form der Erinnerung. Während anfänglich ein engerer Kreis von Widerstandskämpfern gedacht war, wurde der Gedenkkreis später auf alle politisch, rassisch oder religiös Verfolgten sowie Kriegsopfer erweitert. Der damalige Oberbürgermeister Hermann Heimerich setzte sich entschieden für ein zentrales Mahnmal ein, das im öffentlichen Raum für die Verpflichtung zur Friedfertigkeit und politische Erneuerung stehen sollte.

Gerhard Marcks orientierte sich bei der Gestaltung des Engels an eigenen früheren Arbeiten sowie an altpersischen mythologischen Vorstellungen, wonach der Engel des Menschen Sohn ist und am jüngsten Tag über die Erde fliegt. Die stilisierte, leicht geneigte Figur trägt Züge der Trauer und Erinnerung und knüpft an Marcks’ Auseinandersetzung mit Verlust und Schuld nach dem Zweiten Weltkrieg an. Die Skulptur erinnert in ihrer Formensprache auch an seine früheren Arbeiten wie „Die Trauernde“ in Köln oder das Mahnmal „Fahrt über den Styx“ in Hamburg.

Das Denkmal steht heute etwas abseits in einem städtischen Grünraum und wird gelegentlich als unauffällig wahrgenommen. Dennoch ist es ein bedeutender kultureller und historischer Ort in Mannheim. Besucher*innen begegnen der Skulptur in einem Park, der auch von Spaziergängen und Alltagsnutzung geprägt ist. Kritische Stimmen bemängeln dabei gelegentlich die ungewöhnliche weibliche Gestaltung des Engels oder die Tatsache, dass der Ort auch von Hunden frequentiert wird. Dennoch bleibt der Friedensengel ein stilles Zeugnis der Auseinandersetzung mit Geschichte und Verantwortung.

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