Kirche/Kloster

Lutherische Pfarrkirche St. Marien

Lutherischer Kirchhof 1, 35037 Marburg

Tipps

  • Die Pfarrkirche St. Marien in Marburg ist täglich von 8 bis 18 Uhr für Besucher geöffnet und lädt zur Besichtigung des schiefen Turms und des Kircheninneren ein.
  • Auf dem Weg zum Landgrafenschloss liegt die Kirche mit ihrem markanten, schiefen Turm gut sichtbar am Wegesrand.
  • In der Pfarrkirche finden regelmäßig kulturelle Veranstaltungen, Ausstellungen und Gottesdienste statt, die Besucher einladen, sich über das aktuelle Programm zu informieren.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Über Lutherische Pfarrkirche St. Marien

Die Lutherische Pfarrkirche St. Marien in Marburg ist eine evangelische Kirche im Herzen der Stadt und zählt zu den bedeutendsten Kultur- und Sakralbauten der Region. Bekannt ist sie vor allem für ihren markanten, schiefen Turm, der zu den Wahrzeichen der Marburger Altstadt gehört. Der Turm entstand im 15. Jahrhundert und erhielt 1473 seine charakteristische hölzerne Spitze, die sich im Laufe der Zeit durch Sonneneinstrahlung verzogen hat und seither schief steht – ein optisches Phänomen, das von jedem Standpunkt aus sichtbar ist. Die Kirche liegt zentral am Schlossberg, zwischen Ritterstraße und Rübenstein, und ist auf einem terrassenförmigen Plateau errichtet, das durch massive Mauern gestützt wird.

Die Geschichte der St.-Marien-Kirche reicht weit zurück bis ins 13. Jahrhundert. Erstmals urkundlich erwähnt wurde sie im Jahr 1222, und bereits 1227 erhielt sie eigenständige Pfarrrechte. Der gotische Chor wurde um 1288 hinzugefügt, das Langhaus zwischen 1318 und 1395 unter dem Baumeister Tyle von Frankenberg errichtet. Im Zuge der Reformation im 16. Jahrhundert blieb die Gemeinde lutherisch, während die nahegelegene Universitätskirche reformiert wurde. Diese Konfessionsgeschichte prägte den Namen „Lutherische Pfarrkirche“ und verdeutlicht die besondere Rolle der Kirche im städtischen und kirchlichen Leben Marburgs.

Architektonisch überzeugt die Kirche durch ihren gotischen Hallenbau mit dreischiffigem Langhaus und einem beeindruckenden Kreuzrippengewölbe, das von keilförmigen Strebepfeilern getragen wird. Besonders auffallend ist die glatte Außenfassade ohne Streben, während das Innere durch hohe, zweibahnige Fenster zwischen den Strebepfeilern Licht und Raum miteinander verbindet. Die Glockenstube beherbergt vier Glocken, und im Eingangsbereich ziert ein farbenfrohes Fenster von Erhardt Klonk aus dem Jahr 1958 den Kirchenraum. Die Orgel, ursprünglich von Johann Nikolaus Schäfer erbaut und mehrfach umgebaut, wurde zuletzt 2015 grundlegend restauriert und ist ein klangliches Zentrum der Kirchenmusik.

Die Lutherische Pfarrkirche ist nicht nur ein historischer Sakralbau, sondern auch ein lebendiger Ort der Begegnung und des Engagements. Sie ist täglich für Besucher geöffnet und bietet regelmäßig Gottesdienste, Konzerte, Ausstellungen und interkulturelle Veranstaltungen. Besondere Formate wie die wöchentliche „Stunde der Orgel“ oder die montägliche Friedensandacht unterstreichen die kirchliche und gesellschaftliche Lebendigkeit. Darüber hinaus engagiert sich die Gemeinde aktiv in der Wohnungslosenhilfe und interkulturellen Arbeit und trägt damit zur sozialen und kulturellen Vielfalt der Stadt bei.

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