Denkmal/Gedenkstätte

Meier Drucker

Ockershäuser Str. 82, 35037 Marburg

Highlights

  • Meier Drucker war Fell-, Vieh- und Eisenwarenhändler in Ockershausen.
  • Er und seine Familie wurden 1942 deportiert und ermordet.
  • Das Geschäft wurde 1936 von den Nationalsozialisten behindert.

Tipps

  • Besucher finden die Stolpersteine vor dem ehemaligen Wohnhaus der Familie Drucker in der Ockershäuser Straße 82.
  • Das Gelände kann bei der Geschichtswerkstatt Marburg e.V. nach Absprache besichtigt werden.
  • Weitere Informationen zur Familien- und Unternehmensgeschichte sind in der Projektdokumentation einsehbar.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Meier Drucker

Der Gedenkort „Meier Drucker“ in Marburg erinnert an das Schicksal einer jüdischen Familie aus dem Stadtteil Ockershausen. Die Druckers waren dort seit mehreren Generationen ansässig und lebten in einem Haus in der Ockershäuser Straße. Meier Drucker betrieb ein kleines Unternehmen im Handel mit Eisen-, Vieh- und Fellwaren sowie Fahrrädern und Haushaltsgegenständen. Nebenberuflich war er auch in der Landwirtschaft tätig. Zusammen mit seiner Ehefrau Jeanette und seinen beiden Söhnen Max und Jakob führte er den Familienbetrieb.

Unter der nationalsozialistischen Herrschaft wurde die Familie zunehmend politisch und wirtschaftlich ausgegrenzt. Max Drucker wurde 1936 die Übernahme des väterlichen Geschäfts verwehrt, und Meier Drucker verlor 1938 die Zulassung zum Viehhandel. Jakob Drucker erhielt zwar die Erlaubnis zur Auswanderung, jedoch begleitet von diffamierenden Äußerungen lokaler NSDAP-Funktionäre. Er floh 1938 in die USA. Max blieb bei seinen Eltern und wurde später deportiert. Am sechsundzwanzigsten Tag des fünften Monats des Jahres neunzehnhundertzweiundvierzig wurde er in das Vernichtungslager Majdanek deportiert, wo er kurze Zeit später ermordet wurde.

Die Eltern von Max, Meier und Jeanette Drucker, wurden ebenfalls deportiert. Sie kamen zunächst in das Ghetto Theresienstadt, wurden jedoch kurz darauf nach Treblinka weitergeleitet und dort sofort getötet. Die Familie Drucker steht exemplarisch für das Schicksal vieler jüdischer Familien in der Region während der Zeit des Nationalsozialismus. Ihre Geschichte wird durch die Geschichtswerkstatt Marburg erforscht und dokumentiert, die sich der Aufarbeitung regionaler Alltagsgeschichte verschrieben hat.

Als Zeugnisse des Gedenkens wurden am achtundzwanzigsten Tag des vierten Monats des Jahres zweitausendacht sogenannte Stolpersteine vor dem ehemaligen Wohnhaus der Familie verlegt. Diese Gedenksteine erinnern an Meier, Jeanette und Max Drucker sowie an ihr Schicksal im nationalsozialistischen Unrechtsstaat. Die Steine sind Teil eines größeren Projekts der Geschichtswerkstatt Marburg, das sich dem Erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus widmet und damit einen wichtigen Beitrag zur kritischen Auseinandersetzung mit der Vergangenheit leistet.

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