Informations- und Gedenkstätte „Altes Zollhaus“
Highlights
- Die Informations- und Gedenkstätte „Altes Zollhaus“ in Marienberg erinnert an die Opfer des KZ-Außenlagers Rehmsdorf.
- Am 16. April 1945 kamen über 30 ermordete Häftlinge im Zuge der Befreiung durch alliierte Truppen ums Leben.
- Die meisten der Opfer konnten nicht identifiziert werden, unter den Toten befanden sich auch sowjetische und französische KZ-Häftlinge.
Tipps
- Besucher sollten sich vor dem Besuch über die historischen Ereignisse vor Ort informieren, um den Gedenkort respektvoll und bewusst zu erleben.
- Der Ehrenhain liegt etwa 50 Meter vom ehemaligen Bahnhof Gelobtland im Wald entfernt und ist über einen kleinen Weg zu erreichen.
- Die Gedenkstätte verfügt über eine Informationstafel sowie weitere Gedenksteine, die Einblicke in das Schicksal der ermordeten Häftlinge bieten.
Eigenschaften
Kulturdenkmal Altes Zollhaus in Marienberg entdecken
Die Informations- und Gedenkstätte „Altes Zollhaus“ in Marienberg erinnert eindrucksvoll an ein dunkles Kapitel der Geschichte im Erzgebirge. Gelegen im Ortsteil Gelobtland, nahe der Bundesstraße B174 und des ehemaligen Bahnhofs, befindet sich die Gedenkstätte in einem stillen Waldareal, das heute Schauplatz der Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus ist. Die Stätte gilt als Zeugnis der Verbrechen, die während der Endphase des Zweiten Weltkriegs begangen wurden, als Häftlinge aus einem Außenlager des KZ Buchenwald auf der Flucht durch die Region kamen.
Im Frühjahr des Jahres 1945 wurde ein Transport mit über 2.000 Häftlingen von Rehmsdorf in Richtung Theresienstadt unterbrochen, nachdem alliierte Jagdbomber den Zug in Reitzenhain beschossen. Viele Insassen waren bereits auf der Fahrt durch Hunger und Kälte ums Leben gekommen. Einige versuchten zu fliehen, wurden jedoch von Angehörigen der SS sowie örtlichen Nationalsozialisten und ihren Helfern erbarmungslos verfolgt und ermordet. Die Leichen der Opfer wurden in aller Eile in Waldgräbern in der Gegend bestattet. Nach dem Krieg wurden die sterblichen Überreste aufgefunden und in einem zentralen Ehrenhain zusammengebettet.
Die Gedenkstätte wurde in den Jahren nach 1952 angelegt und zählt heute zu den bedeutsamen Erinnerungsorten Sachsens. Ein 1953 errichteter Gedenkstein würdigt 154 ermordete KZ-Häftlinge, darunter 33 aus der UdSSR und 23 Franzosen, deren Namen auf einer separaten Gedenktafel vermerkt sind. Ein weiterer Findling aus dem Jahr 1967 trägt die Inschrift „Wir mahnen“ und unterstreicht den erinnerungspolitischen Auftrag des Ortes. Die Identität der meisten Opfer blieb bis heute ungeklärt, was die besondere emotionale und historische Dimension des Ortes unterstreicht.
Seit 1999 vermittelt eine Informationstafel vor Ort zusätzliche Hintergründe zur Geschichte der Ereignisse. Die Pflege der Gedenkstätte erfolgt durch die Stadt Marienberg sowie die Stiftung Sächsische Gedenkstätten, die auch für die Dokumentation und Aufarbeitung der historischen Zusammenhänge verantwortlich zeichnen. Die Stätte lädt dazu ein, innezuhalten, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen und den Opfern des Nationalsozialismus zu gedenken. Besucher erhalten hier nicht nur Einblicke in die regionalgeschichtlichen Ereignisse, sondern werden auch sensibilisiert für die Bedeutung des Erinnerns.
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Häufige Fragen zu Informations- und Gedenkstätte „Altes Zollhaus“
Wo befindet sich die Informations- und Gedenkstätte „Altes Zollhaus“ in Marienberg?
Quelle: website
Was geschah am 16. April 1945 in Gelobtland?
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Wie viele Opfer wurden in Gelobtland begraben und später umgebettet?
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Welche Gedenkmale gibt es heute in Gelobtland?
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