Denkmal/Gedenkstätte

Wasserturm

39365 Marienborn

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Wasserturm

Der Wasserturm in Marienborn ist ein markantes Denkmal der technischen und regionalen Geschichte im sachsen-anhaltischen Bördekreis. Als ehemalige Wasserversorgungsanlage für das Bahnbetriebswerk Eilsleben wurde er im Zuge des Ausbaus der Eisenbahnstrecke im späten 19. Jahrhundert errichtet. Mit einer Höhe von 24 Metern und einem Durchmesser von zehn Metern in fünf Meter Höhe zählt er heute zu den imposanten Zeugnissen der Industriekultur und prägt das Stadtbild zwischen den Gemeinden Ummendorf, Eilsleben und Wormsdorf.

Das Bauwerk besteht aus robustem Ziegelmauerwerk mit einem Sockel aus Bruchstein und einer ursprünglich hölzernen Dachkonstruktion. Ursprünglich war der Turm mit einer Pumpstation an der Aller sowie einem Rohrsystem zum Bahnhof Eilsleben verbunden. Besucher berichten noch heute von nostalgischen Erinnerungen, die mit dem Wasserturm verbunden sind – etwa von Ausflügen in die Umgebung oder dem Verkauf von Flaschenbier durch den Wärter an Feiertagen vor dem Zweiten Weltkrieg. In den Jahren fiel der Turm jedoch in einen bedenklichen Zustand, da ein defektes Dach die Substanz gefährdete.

Dank ehrenamtlichem Engagement der Interessengemeinschaft „Wasserturm“ wurde das Bauwerk gerettet und saniert. Heute lädt der gepflegte Bereich rund um den Turm zu Spaziergängen ein, und der Heimatverein setzt sich aktiv für die Erhaltung des Denkmals ein. Die Anlage ist nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel, sondern auch ein Symbol für die regionale Identität. Von der Plattform des Turms bieten sich Panoramablicke auf die umliegende Landschaft, geprägt von der typischen Börde-Topografie und nahegelegenen Erholungsgebieten wie dem Waldgebiet Hohe Holz.

Der Wasserturm steht an der ehemaligen Eisenbahntrasse zwischen Eilsleben und Schöningen, unweit des Bullenbergs, der mit 210 Metern die höchste Erhebung des Bördekreises darstellt. Als Baudenkmal mit der Erfassungsnummer 094 ist er ein geschütztes Kulturdenkmal und Zeugnis einer technischen Versorgungsform, die maßgeblich zur Entwicklung des Eisenbahnwesens beitrug. Die Geschichte des Turms spiegelt nicht nur technischen Fortschritt wider, sondern auch den Wandel der Region – vom industriellen Aufschwung bis zur Gegenwart, in der er als Ort der Erinnerung und Begegnung geschätzt wird.

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