St. Michael und St. Sebastian
Tipps
- Der Haupteingang kann manchmal geschlossen sein, alternativen Eingang suchen.
- Innenräume bieten historischen Kirchenblick, Kerzen sind nicht immer vorhanden.
- Turm mit Bruchsteinmauerung und Glocken aus verschiedenen Epochen besichtigen.
Eigenschaften
Über St. Michael und St. Sebastian
Die Pfarrkirche St. Michael und St. Sebastian in Bernkastel-Kues ist ein bedeutendes sakralschutztechnisches Bauwerk und zentraler Bestandteil der Pfarreiengemeinschaft Bernkastel-Kues. Die Kirche liegt landschaftlich reizvoll am Ufer der Mosel und prägt mit ihrem markanten Bruchsteinturm die historische Silhouette des Weinorts. Ursprünglich als Wehrturm im Jahr 1291 errichtet, wurde das Bauwerk später in den Kirchenkomplex integriert und ist heute eines der wenigen erhaltenden spätgotischen Bauwerke der Moselregion. Die dreischiffige Pseudobasilika entstand im 14. Jahrhundert und wurde im Laufe der Jahrhunderte durch verschiedene Anbauten und Stilwandlungen ergänzt.
Der 56 Meter hohe Turm beherbergt ein bemerkenswertes Glockengeläute, darunter eine der ältesten Glocken aus dem Jahr um 1300. Der achteckige Helm des Turms ist mit acht kleinen Türmchen gekrönt und zeigt romanische Einflüsse in der Gestaltung der Schallöffnungen. Im Inneren der Kirche überzeugt der gotische Kreuzrippengewölbebau mit spitzbögigen Arkaden, die auf kurzen Säulen ruhen. Der Chor schließt sich einschiffig mit fünfeckigem Abschluss an und beherbergt wertvolle Sakralgegenstände wie das Sakramentshaus aus dem 15. Jahrhundert, eine Kreuzigungsgruppe von 1496 sowie den Pestaltar von 1631. Besonders sehenswert ist auch die barocke Kneipsche Kapelle mit ihrer achtseitigen Laterne, die durch Lichtspenden des Namensgebers Johann Jacob Kneip entstand.
Die Fenster des Kirchengebäudes wurden im Laufe der Zeit mehrfach erneuert. Während der Obergaden nur auf der Südseite Fenster aufweist, sind die Glasmalereien in der Sakristei von 1914 mit Allegorien der Tugenden geschmückt. Die Maßwerkfenster des Chors wurden im 19. Jahrhundert unter Wahrung des gotischen Stils erneuert. Die Kirche verfügt über eine reiche Ausstattung, darunter sieben historische Altäre, von denen einige mit Stiftungsfonds versehen waren und zur späteren Bernkasteler Präsenzstiftung führten. Die Michaelskirche war zudem Mutterkirche eines umfangreichen Pfarrbezirks, der auch die späteren Pfarreien Cues und Lieser umfasste.
Die Geschichte der Kirche ist eng verknüpft mit der Christianisierung der Region und der Gründung einer der ältesten Pfarrorganisationen an der Mosel. Bereits im Mittelalter war sie geistliches Zentrum der Region und erhielt päpstliche Ablassbriefe. Bekannte Persönlichkeiten wie Nikolaus Cusanus und Kaiser Maximilian I. standen in Verbindung mit der Kirche. Die heutige Gestalt der Pfarrei Bernkastel-Kues entstand im Zuge der kirchlichen Neuordnung im Bistum Trier und vereint mehrere ehemals eigenständige Seelsorgeeinheiten unter einem Dach. Die Pfarrkirche St. Michael bleibt ein lebendiges Zeugnis mittelalterlicher Baukunst und regionaler Kirchengeschichte.