Bergmanns-Stollen
Highlights
- Der Kilianstollen in Marsberg ist ein Besucherbergwerk mit über 400 Millionen Jahren Erdgeschichte und 1400 Jahren Kupferbergbau.
- Über 900 Meter lange Fahrstrecke verbinden drei Grubenfelder mit farbenprächtigen Kupfer- und Schwefelsinterungen.
- Führungen finden samstags und sonntags um 14 Uhr statt, in Schulferien auch mittwochs.
Tipps
- Führungen finden samstags und sonntags um 14 Uhr statt, in den Schulferien zusätzlich mittwochs.
- Kinder-Abenteuerführungen sind erhältlich, speziell auf die jüngeren Besucher zugeschnitten.
- Der Eintritt ins Bergwerk umfasst eine ca. 900 Meter lange Strecke mit Einblick in 400 Millionen Jahre Erdgeschichte.
Eigenschaften
Über Bergmanns-Stollen
Der Bergmanns-Stollen in Marsberg ist ein ehemaliges Kupferbergwerk, das heute als Besucherbergwerk geführt wird und Einblicke in die regionale Bergbau- und Geologiegeschichte ermöglicht. Das Bergwerk wurde erstmals im Jahr 1842 in Betrieb genommen und ist heute über einen Eingang im Kilianstollen zugänglich. Es liegt im südlichen Nordrhein-Westfalen und zählt zu den bedeutenden Kulturdenkmälern der Region. Die Besucher erhalten auf einer etwa 900 Meter langen Strecke Einblick in verschiedene Grubenfelder, darunter die Grube „Oskar“ sowie die historischen Bereiche „Alte Friederike“ und „Neue Friederike“. Die Strecke verbindet ehemalige Abbaugebiete und zeigt eindrucksvoll die Erzgänge, farbenprächtige Sinterbildungen und technische Relikte des historischen Bergbaus.
Die Führungen im Bergmanns-Stollen vermitteln anschaulich mehrere hundert Millionen Jahre Erdgeschichte sowie rund 1400 Jahre Kupferbergbau in Marsberg. Dabei werden sowohl geologische Prozesse als auch die Entstehung der Kupferlagerstätten erklärt. Die Ausbildung der Gesteinsschichten, die Methoden des Erzabbaus und die damaligen Arbeitsbedingungen der Bergleute werden ebenso thematisiert wie die Verhüttung der geförderten Erze. Besucher können leuchtende Ablagerungen von Kupfer, Eisen und Schwefel in unterschiedlichen Farben bestaunen. Ein besonderes Highlight ist die Fahrt mit der Grubenbahn, die allerdings aufgrund fehlender Sanierung des Schienenkörpers momentan nicht möglich ist. Die ehrenamtlichen Führungskräfte tragen durch ihr Engagement maßgeblich zur Erhaltung und Vermittlung der Bergbaugeschichte bei.
Das Besucherbergwerk wird vom Marsberger Heimatbund e.V. betrieben, der sich seit 1984 für die Erhaltung und Aufarbeitung der lokalen Geschichte engagiert. Während der Saison finden samstags und sonntags öffentliche Führungen statt, in den Schulferien zusätzlich mittwochs. Die Dauer der Führung beträgt etwa eine bis anderthalb Stunden, bei speziellen Angeboten wie Kinder-Abenteuerführungen oder Gruppenbuchungen auch länger. Neben der regulären Öffentlichkeitsarbeit engagiert sich der Verein auch in der Bildungsarbeit, etwa durch Kooperationen mit dem Geopark GrenzWelten. Veranstaltungen wie Buchvorstellungen oder thematische Exkursionen ergänzen das Angebot und knüpfen an die reiche geologische und kulturhistorische Tradition des Ortes an.
Die Geschichte des Bergbaus in Marsberg reicht weit zurück. Bereits im frühen Mittelalter wird die Region als bergbaulich aktiv beschrieben, mit Verleihungen von Bergrechten durch das Kloster Corvey. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich der Bergbau zu einer wirtschaftlich bedeutsamen Aktivität, die durch technische Innovationen wie die Nutzung von Wasserkraft zur Entwässerung der Stollen unterstützt wurde. Der Kilianstollen selbst ist Zeuge dieser Entwicklung und dokumentiert die Arbeitsbedingungen und Techniken vergangener Epochen. Heute dient er als Ort der Erinnerung und Bildung, an dem die Besucher hautnah mit der untertägigen Welt und ihrer historischen Bedeutung konfrontiert werden.