Kunstlaboratorium Weststadt
Highlights
- Kunstlaboratorium Weststadt (Ort für Kunst) verbindet seit 2012 Kunst mit Leerständen durch temporäre Projekte und Vernetzung mit lokalen Initiativen.
- Der Verein fördert offene Formate wie ‚Kunst-Ort‘-Ausstellungen und Ateliers, mit aktuell 32 Mitgliedern aus allen Kunstsparten.
- Dialogische Projekte wie ‚Dialog in der Kunst‘ oder ‚SURRENDER‘ verbinden künstlerische Positionen mit Tübinger Stadtgeschichte und Technik.
Tipps
- Die offenen Ateliers der Mitglieder bieten Einblicke in aktuelle künstlerische Prozesse und ermöglichen direkte Begegnungen mit den Schaffenden.
- Das Format ‚Kunst-Ort‘ nutzt ungewöhnliche Räumlichkeiten wie Leerstände für wechselnde Ausstellungen und Projekte, die über klassische Kunstpräsentationen hinausgehen.
- Besucher können an geführten Rundgängen teilnehmen, bei denen Künstler*innen ihre Arbeitsweisen und thematischen Schwerpunkte im Dialog mit anderen Werken erläutern.
Eigenschaften
Kunstlaboratorium Tübingen – Weststadt
Das Kunstlaboratorium Weststadt in Tübingen ist ein lebendiges Zentrum für zeitgenössische Kunst und kreative Vernetzung, das 2012 als eigenständiger Verein aus dem Kunstamt Projekt hervorging. Als Plattform für experimentelle Projekte und ungewöhnliche Nutzungen von Räumen verbindet der Verein Kunst mit urbanem Raumkonzept: Durch Zwischen-, Co- und Umnutzung werden Leerstände und alternative Orte für Ausstellungen, Ateliers und kulturelle Formate erschlossen. Mit derzeit 32 Mitgliedern aus allen Kunstsparten – von Malerei über Skulptur bis hin zu Medienkunst – bietet der Verein nicht nur einen Treffpunkt für Künstler:innen, sondern auch eine Anlaufstelle für Kooperationen mit lokalen Initiativen, sozialen Einrichtungen und kommunalen Akteuren.
Ein zentrales Format des Kunstlaboratoriums ist die Reihe „Kunst-Ort“, die durch temporäre Ausstellungen in ungewöhnlichen Räumen auf die Vielfalt künstlerischer Praxis aufmerksam macht. Daneben fördert der Verein offene Formate wie das „Open Air Atelier“, bei dem Künstler:innen ihre Arbeitsprozesse direkt vor Ort präsentieren. Besonders bemerkenswert ist die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte: In Ausstellungen wie „SURRENDER“ oder Projekten mit dem Kunstamt Tübingen – einem Vorläuferverein mit langjährigem Engagement für Tübingens Kulturleben – wird die Verbindung von lokaler Tradition und innovativer Kunst exploriert. So ehrt etwa die Künstlerin Semiha Allak mit ihrer Ausstellung die Wertschätzung für das ehemalige Kunstamt, das seit Jahrzehnten durch Ausstellungen, Atelieröffnungen und Bildungsangebote prägend wirkt.
Die Arbeit des Kunstlaboratoriums lebt vom Dialog zwischen Kunstwerken und ihrem Kontext. In Projekten wie dem „Dialog in der Kunst“ setzen Künstler:innen ihre Werke bewusst in Beziehung zu historischen Exponaten oder urbanen Räumen – etwa durch gemeinsame Präsentationen mit Stadtgeschichte oder durch partizipative Formate, bei denen Besucher:innen direkt mit den Künstler:innen ins Gespräch kommen. Diese experimentelle Herangehensweise macht den Ort zu einem Ort der Reflexion: Wie verändert sich Kunst durch ihren Ort? Und wie kann sie gesellschaftliche Räume neu denken? Das Kunstlaboratorium Weststadt beweist damit, dass Kunst nicht nur in Galerien, sondern im Alltag und in der Stadt wirksam wird – als Impulsgeber für neue Perspektiven.
Mit Initiativen wie der Gestaltung von Postkarten als künstlerisches Archiv oder der Einbindung von Robotik (z. B. durch das Projekt mit „Emiglio“) zeigt der Verein auch, wie sich traditionelle und digitale Kunstformen verbinden können. Das Kunstlaboratorium steht damit für ein lebendiges Miteinander von Schaffen, Diskutieren und Erleben – ein Ort, an dem Kunst nicht nur betrachtet, sondern erlebt und mitgestaltet wird. Für alle, die Tübingen nicht nur als historische Universitätsstadt, sondern auch als Labor für kreative Ideen entdecken möchten, ist das Kunstlaboratorium Weststadt ein unverzichtbarer Ausflugsziel.