St. Johannes Evangelist
Highlights
- Die St. Johannes Evangelist Kirche in Tübingen wurde 1875 bis 1878 im neugotischen Stil erbaut.
- Sie ist die erste katholische Pfarrkirche in Tübingen nach der Reformation und ersetzt eine provisorische Kirche aus 1818.
- Die heutige Orgel stammt von den Gebrüdern Späth und wurde 1962 eingebaut.
Tipps
- Die Kirche St. Johannes Evangelist in Tübingen wurde 1875–1878 im neugotischen Stil erbaut und liegt abseits der touristischen Hauptwege, ideal für einen ruhigen Besuch.
- Ehemaliger Ballsaal und Garnisonskirche – heute katholische Pfarrkirche mit mittelalterlichen Anklängen an Bettelordenskirchen wie St. Paul in Esslingen.
- Neben Gottesdiensten finden hier verschiedene Veranstaltungen statt, darunter Bibelgespräche, Meditationen und kulturelle Angebote, teilweise mit Dolmetscherdiensten.
Eigenschaften
Über St. Johannes Evangelist
Die katholische Pfarrkirche St. Johannes Evangelist in Tübingen ist ein bedeutendes Sakralgebäude der Stadt und steht in der Tradition der nach der Reformation wieder wachsenden katholischen Gemeinde. Der Kirchenbau entstand in den Jahren von 1875 bis 1878 unter der Leitung des Hofbaumeisters Joseph von Egle und zählt stilistisch zum neugotischen Kirchenbau. Die Kirche wurde anlässlich der Errichtung einer Garnison in Tübingen dringend benötigt, da mit einer Zunahme katholischer Soldaten zu rechnen war. Bischof Karl Joseph von Hefele weihte das Gotteshaus 1878 feierlich ein. Das Bauwerk zeigt deutliche Anklänge an mittelalterliche Bettelordenskirchen, insbesondere an die Dominikanerkirche St. Paul in Esslingen am Neckar.
Die ursprüngliche Kirche der Tübinger Katholiken war ein provisorischer Saalbau aus dem Jahr 1818 in der Froschgasse. Mit der Zeit wurde jedoch eine größere und repräsentativere Kirche notwendig. Das Kirchenbaukomitee, das 1862 gegründet wurde, initiierte den Neubau auf einem erweiterten Grundstück, das auch Teile des Gartens des Wilhelmsstifts einbezog. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche in den Jahren 1961 bis 1964 umfassend renoviert. Dabei wurde der Innenraum aufgehellt, der Schmuck reduziert und die Chorfenster durch farbige Glasbilder mit Motiven der Heilsgeschichte ergänzt. Die kunstvolle Gestaltung der Fenster stammt von Wilhelm Geyer aus Ulm. Auch die Tympanon-Vollplastik und die Türen-Reliefs wurden im Zuge der Erneuerung durch Toni Schneider-Manzell neu gestaltet.
Die Kirchenmusik hat an St. Johannes eine lange Tradition. Bereits 1880 wurde eine Orgel des Ulmer Bauers Heinrich Conrad Branmann eingebaut, die später im Ersten Weltkrieg beschädigt wurde. 1962 folgte eine neue Orgel der Gebrüder Späth, die jedoch in den 1980ern durch eine Rieger-Orgel ersetzt wurde. Diese entspricht den Ansprüchen einer modernen Kirchenmusik und wird bis heute genutzt. Die Kirche dient nicht nur als Gotteshaus, sondern auch als kultureller und sozialer Ort. Regelmäßig finden hier Konzerte, Veranstaltungen und Gemeindegruppen-Treffen statt. Die ruhige Lage abseits der stark frequentierten Oberstadt bietet Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit, die Architektur und Atmosphäre in aller Ruhe wahrzunehmen.
Heute ist die St. Johannes Evangelist eine der zentralen katholischen Kirchen in Tübingen und beherbergt eine lebendige Gemeinde. Die Kirche steht für die religiöse Vielfalt der Universitätsstadt und ist sowohl Ort der Andacht als auch kultureller Mittelpunkt. Mit einem Google-Rating von 4,6 von 5 Sternen bei sieben Bewertungen wird die Kirche von Gästen als gelungenes Beispiel sakraler Architektur wahrgenommen. Die Kombination aus historischem Baumeisterwerk, kunstvoller Innenausstattung und lebendiger Nutzung macht sie zu einem lohnenswerten Ziel für Interessierte der Kirchengeschichte und Architektur.