Medebach-Frauenbruch
Tipps
- Das Naturschutzgebiet Medebach-Frauenbruch ist südöstlich von Medebach gelegen und umfasst feuchte Grünlandflächen entlang des Medebachtals.
- Im Gebiet kommen seltene Pflanzen wie Glatthafer-Wiesen und Wiesenknopf-Silgenwiesen sowie verschiedene Vogelarten vor, darunter der Wiesenpieper.
- Das NSG ist Teil des Europäischen Vogelschutzgebiets Medebacher Bucht und dient dem Schutz artenreicher Feuchtgrünlandbiotope.
Eigenschaften
Über Medebach-Frauenbruch
Das Naturschutzgebiet Medebach-Frauenbruch befindet sich im Südosten der Gemeinde Medebach im Hochsauerlandkreis in Nordrhein-Westfalen. Es umfasst eine Fläche von rund 46,87 Hektar und ist seit dem Jahr 2003 rechtlich als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Es liegt westlich der Landesstraße 740 und bildet zusammen mit dem Europäischen Vogelschutzgebiet „Medebacher Bucht“ sowie dem FFH-Gebiet „Waldreservat Glindfeld-Orketal“ ein wichtiges Biotop- und Artenschutznetzwerk in der Region.
Das Schutzgebiet umfasst Teile des Medebachtals, den sogenannten Frauenbruch sowie das Pitzfeld. Geprägt wird das Gelände vor allem von Grünlandflächen, darunter auch feuchte und nasse Wiesenbereiche. Typische Vegetationstypen sind Glatthafer-Wiesen, Wiesenknopf-Silgenwiesen und Sumpfdotter-Wiesen. Im Bereich des Frauenbruchs treten stellenweise Quellaustritte und nasse Brachen mit Rohrglanzgras und Drahtschmiele auf. Auch Magergrünlandflächen an den Talböschungen sowie einzelne Ufergehölze und Naturhecken sind charakteristisch für das Landschaftsbild.
Das Gebiet beherbergt eine artenreiche Tierwelt. Unter den nachgewiesenen Vogelarten befinden sich unter anderem die Amsel, Bachstelze, Feldlerche, Gebirgsstelze, Kiebitz, Rohrammer, Schwarzkehlchen, Wachtel, Wasseramsel und Wiesenpieper. Historisch wurde auch das Braunkehlchen als Brutvogel im Bereich Pitzfeld beobachtet. Neben der Fauna zählen auch zahlreiche Pflanzenarten zu den Besonderheiten des NSG, darunter seltene Arten wie Acker-Minze, Acker-Witwenblume, Blutwurz, Breitblättriger Thymian sowie verschiedene Arten von Habichtskräutern und Knabenkräutern.
Das Schutzziel des Naturschutzgebiets besteht im Erhalt und in der Wiederherstellung der vielfältigen Biotopstrukturen, insbesondere der artenreichen Talraum-Niederungen. Es dient auch der nachhaltigen Sicherung besonders schutzbedürftiger Lebensräume gemäß § 62 des Landschaftsgesetzes NRW. Als Teil des Natura-2000-Netzwerks trägt das Gebiet zur Erhaltung der ökologischen Kohärenz und Vernetzung der europäischen Schutzgebiete bei.
Teilweise befinden sich die Flächen im Pitzfeld in der Trägerschaft der NRW-Stiftung. Der Verein für Natur- und Vogelschutz im Hochsauerlandkreis sowie die Biologische Station Hochsauerlandkreis haben dort bereits verschiedene Schutzmaßnahmen umgesetzt. Seit den 1990er Jahren wurden durch die Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege NRW mehrere Hektar Land erworben, um diese langfristig zu sichern und naturschutzfachlich zu betreuen.