Denkmal/Gedenkstätte

Stolpersteine

Wallstraße 3, 31655 Stadthagen

Highlights

  • In Stadthagen erinnern Stolpersteine an NS-Opfer, deren Schicksale in der digitalen Wanderausstellung ‚entrechtet – vertrieben – ermordet‘ dokumentiert sind.
  • Die Synagoge beherbergt eine Dauerausstellung zur jüdischen Geschichte Schaumburgs und zeigt originale religiöse Artefakte wie eine Thorarolle aus dem 19. Jh.
  • Die Wanderausstellung ‚entrechtet – vertrieben – ermordet‘ stellt 20 Bannern exemplarisch Verfolgte aus Stadthagen und Schaumburg vor – online und als Leihgabe verfügbar.

Tipps

  • Die Stolpersteine in Stadthagen erinnern an Opfer des Nationalsozialismus und zeigen deren Lebenswege durch eingravierte Daten und kurze Biografien.
  • Ein Besuch der Synagoge ermöglicht den Zugang zu einer Dauerausstellung mit historischen Dokumenten zur jüdischen Geschichte der Region und Schaumburg.
  • Die digitale Version der Wanderausstellung ‚entrechtet – vertrieben – ermordet‘ bietet vertiefende Einblicke in die Verfolgung von Betroffenen im Landkreis.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Stolpersteine Stadthagen entdecken

Die Stolpersteine in Stadthagen sind ein bewegendes Mahnmal, das an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Initiiert vom Künstler Gunter Demnig, markieren die kleinen, in den Bürgersteig eingelassenen Messingplatten die letzten bekannten Wohnorte von Menschen, die während der NS-Zeit verfolgt, deportiert oder ermordet wurden. In Stadthagen liegen diese Steine an Orten, die mit der lokalen Geschichte der Verfolgung verbunden sind – ein stiller, aber eindringlicher Appell an die Erinnerungskultur.

Die Initiative geht auf eine Initiative des Fördervereins ehemaliger Schüler des Ratsgymnasiums Stadthagen zurück, der sich seit Jahren für die Aufarbeitung der NS-Geschichte in der Region einsetzt. Die Stolpersteine ergänzen damit andere Projekte wie die Dauerausstellung in der Synagoge, in der die Geschichte der jüdischen Gemeinschaft in Stadthagen und Schaumburg dokumentiert wird. Besonders hervorgehoben wird hier die Rolle der Synagoge als Ort des Gedenkens, in dem religiöse Artefakte wie die originale Thorarolle von Erwin Rautenberg erhalten sind.

Ein zentrales Element der lokalen Aufklärungsarbeit ist die Wanderausstellung „entrechtet – vertrieben – ermordet“, die exemplarisch Schicksale von Menschen aus Schaumburg zeigt, die aus rassischen, politischen oder religiösen Gründen verfolgt wurden. Die Ausstellung kann digital eingesehen oder von Schulen und Gruppen ausgeliehen werden. Sie verbindet die Stolpersteine mit weiteren historischen Kontexten und macht die individuellen Schicksale greifbar – etwa durch Porträts von Betroffenen, die an ihren Lebensorten erinnern.

Die Stolpersteine in Stadthagen sind somit mehr als bloße Gedenktafeln: Sie sind Teil eines lebendigen Gedächtnisses, das durch Schulprojekte, historische Studienreisen und Ausstellungen wie diejenige in der Synagoge ergänzt wird. Besonders die Kooperation mit dem Förderverein des Ratsgymnasiums zeigt, wie lokaler Erinnerungsschutz mit pädagogischer Arbeit verknüpft wird. Wer die Steine aufspürt, folgt damit einer Spur der Erinnerung – und wird Teil einer Verantwortung, die über die eigene Generation hinausreicht.

Besucher können die Stolpersteine als Teil eines kulturellen Rundgangs durch die Stadt erkunden, der sich an der Synagoge, den historischen Orten der Verfolgung und den Ausstellungen orientiert. Die Kombination aus materiellen Gedenkzeichen und digitalen Angeboten macht das Projekt zu einem Modell für eine bewusste Aufarbeitung der NS-Vergangenheit – ohne dass dabei die individuellen Schicksale in Vergessenheit geraten.

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