Foto: Tetris L / wikimedia /
cc by-sa 3.0
Judischer Friedhof Lank-Latum
Highlights
- Der Jüdische Friedhof Lank-Latum in Meerbusch wurde 1878 als eigener Begräbnisort für die jüdische Gemeinde errichtet.
- Die meisten Grabstellen stammen aus der Zeit vor dem Nationalsozialismus, die letzte Beisetzung erfolgte 1942.
- Heute ist der Friedhof ein Baudenkmal und wurde im Rahmen des Projekts euregio rhein-maas-nord vollständig dokumentiert.
Tipps
- Der Friedhof liegt an der Uerdinger Straße, östlich des Latumer Sees, südlich Richtung Strümp.
- Die letzte Beisetzung fand 1942 statt; der Friedhof wurde danach offiziell geschlossen.
- Ein Gedenkstein erinnert an die jüdischen Mitbürger, die während des Nationalsozialismus umkamen.
Eigenschaften
Jüdischer Friedhof Lank-Latum in Meerbusch – Kultur und Denkmal ausflug
Der Jüdische Friedhof Lank-Latum ist ein geschichtsträchtiger Begräbnisort im westlichen Stadtteil Latum der Stadt Meerbusch im Bundesland Nordrhein-Westfalen. Mit nur 14 Grabstellen ist der Friedhof klein, doch er beherbergt eine bedeutende Zeugenschaft der jüdischen Gemeinde in der Region. Gelegen an der Uerdinger Straße am südlichen Ortsausgang Richtung Strümp, östlich des Latumer Sees, ist der Friedhof ein stiller Ort der Erinnerung und ein wichtiges Kulturdenkmal.
Der Friedhof wurde aufgrund praktischer Notwendigkeiten im Jahr 1878 angelegt. Zuvor waren die jüdischen Verstorbenen aus Lank-Latum auf Friedhöfen in Linn und Kaiserswerth begraben. Da jedoch der Friedhof in Linn Leichen von außerhalb nicht mehr annahm und die Rheinüberquerung nach Kaiserswerth bei Hochwasser problematisch war, beantragte die Israelitische Gemeinde 1876 die Einrichtung eines eigenen Friedhofs – ein Anliegen, dem vom damaligen Bürgermeister von Lank stattgegeben wurde.
Die meisten Grabstellen datieren aus der Zeit vor der nationalsozialistischen Judenverfolgung. Während des Holocausts wurden die meisten jüdischer Bürger aus Lank-Latum 1941 nach Riga deportiert und später ermordet; nur drei überlebten den Genozid. Im Gegensatz zum jüdischen Friedhof in Osterath, der bereits 1934 geschändet und später beseitigt wurde, blieb der Friedhof in Lank-Latum erhalten. Die letzte Beisetzung fand 1942 statt. Nach dem Zweiten Weltkrieg fügten Nachkommen einzelne Gedenksteine hinzu, darunter eine Inschrift für Opfer der Deportation nach Izbica. Ein offizieller Gedenkstein erinnert mit der Inschrift „Zum Gedenken für die in der nationalsozialistischen Zeit umgekommenen jüdischen Mitbürger unserer Gemeinde“ an die Opfer des Nationalsozialismus.
Heute ist der Jüdische Friedhof Lank-Latum als Baudenkmal in Meerbusch anerkannt. Die Pflege und der Erhalt des Ortes obliegen der Stadt. Im Rahmen des Projekts „euregio rhein-maas-nord“ wurde der Friedhof wissenschaftlich dokumentiert. Diese Dokumentation umfasst Fotos und Übersetzungen aller Grabinschriften und ist über die Datenbank des Steinheim-Institutes online abrufbar. Literarisch und wissenschaftlich wurde der Friedhof unter anderem von Caterina Maria Jansen, Dieter Peters und Lothar Klouten in verschiedenen Publikationen behandelt.
In der Nähe
Ausflugsziele in der Nähe
Wetter & Pollenflug am Standort
Häufige Fragen zu Judischer Friedhof Lank-Latum
Wo befindet sich der Jüdische Friedhof Lank-Latum?
Quelle: wikipedia
Wann wurde der Jüdische Friedhof Lank-Latum eingerichtet?
Quelle: wikipedia
Was geschah mit dem Friedhof während des Nationalsozialismus?
Quelle: wikipedia
Wie viele Grabstellen gibt es auf dem Friedhof?
Quelle: wikipedia
Wer pflegt den Friedhof heute?
Quelle: wikipedia