Die Grundlose
Highlights
- Das Naturschutzgebiet ‚Die Grundlose‘ in Meinerzhagen umfasst Feuchtwälder, Hangquellmoore und naturnahe Bachläufe mit stark schwankendem Wasserstand.
- Hier werden Fichtenwälder durch Laubmischwälder ersetzt, darunter Buchenbestände mit Zeugen der historischen Niederwaldnutzung.
- Das Gebiet schützt seltene Biotope wie Borstgrasrasen und Feuchtheiden mit Moorlilie sowie FFH-geschützte Moorbirkenbrüche.
Tipps
- Der Besuch des Naturschutzgebiets 'Die Grundlose' erfolgt am besten auf markierten Wegen, um empfindliche Lebensräume wie Moore und Bachläufe nicht zu beschädigen.
- Die Jahreszeit beeinflusst die Besuchsbedingungen: Im Frühling und Sommer sind die Wasserstände in Hangquellmooren besonders hoch und prägen das Landschaftsbild.
- Die vorhandenen Infotafeln bieten Einblicke in die ökologische Bedeutung der Wiederherstellung natürlicher Wasserverbindungen und der historischen Niederwaldnutzung.
Eigenschaften
Naturerlebnis Grundlose Meinerzhagen
Die Grundlose in Meinerzhagen ist ein bedeutendes Naturschutzgebiet, das sich als Teil des Ebbegebirges in einer einzigartigen Landschaftsstruktur erstreckt. Das Gebiet zeichnet sich durch eine Vielfalt an naturnahen Lebensräumen aus, die sich aus Hangquellmooren, Feuchtwäldern und naturbelassenen Bachläufen zusammensetzen. Besonders hervorzuheben ist die Wiederherstellung eines natürlichen Wasserhaushalts, der durch die Verschließung von Entwässerungsgräben und die Renaturierung von Moorbereichen erreicht wird. Diese Maßnahmen fördern die Erhaltung seltener Pflanzen- und Tierarten, die an diese feuchten Standorte gebunden sind.
Im westlichen Teil des Schutzgebiets liegt das Espeier Bruch, ein Erlenbruchwald, der von Fichtenwäldern umgeben ist. Hier dominieren feuchte Bedingungen, die sich durch saisonale Wasserstandsschwankungen auszeichnen. Das ursprüngliche Bachbett der Lister, das heute weitgehend trocken liegt, war einst ein lebendiger Wasserlauf, der das Ökosystem prägte. Im Norden des Gebiets finden sich zudem Buchenwälder, die sich aus ehemaligen Fichtenbeständen entwickeln und langfristig eine artenreiche Waldstruktur schaffen sollen.
Ein besonderes Highlight ist das Hangmoor am Rothenstein, wo eine Feuchtheide mit seltenen Arten wie Knabenkraut und Moorlilie wächst. Diese Biotope sind eng mit dem benachbarten FFH-Gebiet Ebbemoore verbunden, das ebenfalls Teil des Schutzkonzepts ist. Die naturnahen Bachläufe mit ihren Unterwassermoosen und die angrenzenden Laubwälder mit mehrschäftigen Buchen zeugen von historischen Nutzungsformen wie der Niederwaldwirtschaft. Diese Strukturen schaffen ein Mosaik aus verschiedenen Altersstufen und standörtlichen Variationen, das der Artenvielfalt zugutekommt.
Am Fuß des Ebbemoore-Gebiets erstreckt sich ein feuchter Grünlandbereich am Westhang der Lister, der durch Borstgrasrasen und Wald-Läusekraut geprägt ist. Dieser Lebensraum gilt als Relikt einer ehemaligen extensiven Landwirtschaft und ist heute durch Nutzungsänderungen gefährdet. Seine Erhaltung ist daher ein zentrales Ziel der Naturschutzmaßnahmen. Die Grundlose bietet somit nicht nur einen Rückzugsort für seltene Tier- und Pflanzenarten, sondern auch einen Ort der biologischen Vielfalt, der durch gezielte Renaturierung und Pflege langfristig gesichert wird.