Meineweh Kirche
Eigenschaften
Ausflug zur Meineweh Kirche in Meineweh – Kultur und Sakralbau erkunden
Die evangelische Dorfkirche Meineweh ist ein bedeutendes sakrales Bauwerk im herzlichen Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt. Diese spätgotische Saalkirche liegt im Ortsteil Meineweh und gehört heute zum Pfarrbereich Droyßig innerhalb des Kirchenkreises Naumburg-Zeitz der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Mit einem durchschnittlichen Google-Rating von 4,2 von 5 Sternen bei 21 Bewertungen zählt sie zu den geschätzten Kulturzielen der Region.
Architektonisch präsentiert sich die Kirche als kleiner, denkmalgeschützter Rechteckbau mit einem charakteristischen, verschiefertem Dachturm im Westen sowie einem dreiseitig geschlossenen Chor. Das Kirchenschiff wird durch eine getäfelte Holzdecke abgedeckt, während der Chorraum von einem Muldengewölbe überspannt wird. Besonders sehenswert ist die zweigeschossige Hufeisenempore, deren westlicher Teil als Orgelempore konzipiert wurde und auf das späte 17. Jahrhundert zurückgeht. Ebenfalls aus dieser Zeit stammt eine an die Nordseite des Chores angebaute Loge, die über eine Doppelarkade mit toskanischen Säulen zum Kircheninneren in Beziehung steht und später mehrfach überarbeitet wurde. Die Innenraumausmalung erfolgte im frühen 20. Jahrhundert.
Die Ausstattung der Kirche bezeugt eine bemerkenswerte künstlerische und historische Dichte. Im Zentrum steht ein vierflügeliger Schnitzaltar aus dem frühen 16. Jahrhundert, der im Schrein Anna Selbdritt mit den heiligen Jungfrauen Barbara und Katharina zeigt. Die Flügel sind mit Darstellungen der Heiligen Maria Magdalena und Elisabeth von Thüringen versehen. Die Gemälde der ersten Wandlung thematisieren Szenen aus dem Leben der Maria, während die Außenseiten der Flügel eine gemalte Verkündigung zeigen. Die Predella ziert ein Abendmahlsgemälde, der Aufsatz trägt eine Freifigur des auferstandenen Christus aus dem späten 17. Jahrhundert. Hinzu kommen eine hölzerne Kanzel mit barocker Christusdarstellung sowie eine spätgotische Sandsteintaufe in gedrungener Kelchform.
Weitere Highlights der Innenausstattung sind ein lebensgroßer Holzkruzifixus aus dem 16. Jahrhundert sowie mehrere Grabmäler von hoher künstlerischer Qualität. Besonders erwähnenswert ist das Alabastergrabmal für Günther von Bünau († 1706), das von Paul Heermann geschaffen wurde und den rüstungstragenden Oberst zu Pferde zeigt. Daneben finden sich ein Kindergrabstein aus dem Jahr 1689 und das Grabmal für Hans Heinrich Freiherr von Bodenhausen-Degener († 1912). Die Kirchenorgel wurde 1904 vom Orgelbauer Oskar Ladegast erbaut und verfügt über 13 Register auf zwei Manualen und Pedal.
Der Kirchhof, von einer hohen Mauer umgeben, birgt eine Vielzahl von Grabsteinen aus den Jahrhunderten zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert, einige davon sind an der Mauer des Chorlogenanbaus angebracht. Als Baudenkmal ist die Meineweh Kirche unter der Erfassungsnummer 094 im Denkmalverzeichnis von Sachsen-Anhalt registriert. Sie steht damit nicht nur als Zeugnis mittelalterlicher Baukunst, sondern auch als kulturelles Erbe unter besonderem Schutz und lädt Besucher zu einer Zeitreise in die Geschichte der Region ein.