St. Matthäus
Highlights
- St. Matthäus in Melle ist die romanisch-katholische Hauptkirche des Grönegaus und wurde um 800 gegründet.
- Die Kirche gilt als hervorragendes Beispiel niederdeutscher Architektur um 1200 und liegt im Elseflusstal.
- 1974 erhielt sie einen zeltdachförmigen Anbau und ist neben Schloss Gesmold eines der ältesten Bauwerke im Grönegau.
Tipps
- Besuchen Sie die Kirche bei Konzerten, um die besondere Atmosphäre optimal zu erleben.
- Achten Sie auf die schlichte, aber eindrucksvolle Architektur mit klaren Linien und harmonischer Materialwahl.
- Informieren Sie sich vorab über Öffnungszeiten, besonders während Veranstaltungen wie Weihnachtsmärkte.
Eigenschaften
Über St. Matthäus
Die Katholische Kirche St. Matthäus in Melle ist ein bedeutendes sakrals Kulturdenkmal im südlichen Osnabrücker Land und zählt zu den ältesten Bauwerken der Region. Als Hauptkirche des Grönegaus steht sie im Zentrum der historischen Stadt Melle und befindet sich direkt neben dem Rathaus sowie in unmittelbarer Nähe zur evangelisch-lutherischen St.-Petri-Kirche. Ihre Lage auf dem ehemaligen Meierhof am Elseflusstal unterstreicht ihre historische Verankerung als eine der zehn Gaukirchen des frühen Bistums Osnabrück.
Die heutige Kirche wurde vermutlich im 12. Jahrhundert erbaut und gilt als herausragendes Beispiel niederdeutscher Romanik. Die ursprüngliche Außenmauer aus grünlichem Schilfsandstein des nahegelegenen Wiehengebirges ist vollständig erhalten. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Bauwerk mehrfach erweitert, unter anderem im 14. Jahrhundert durch den Ausbau des Chorraums und eines Seitenschiffs. Ein bemerkenswertes Gestaltungselement ist das sogenannte Schöne oder Brautportal an der Südwand, das mit seinen dreifach abgetretenen Säulen und naturalistischen Kapitellen einen kunstvollen Eingang zur Kirche bildet.
Das Patrozinium der Kirche wechselte im Mittelalter vermutlich vom Hl. Petrus auf den Hl. Matthäus, was sich in der heutigen Namensgebung niederschlägt. Im Zuge der Reformation wurde St. Matthäus zunächst als Simultankirche genutzt, bis im 17. Jahrhundert die evangelische Petrikirche als eigenständiger Gottesdienstraum errichtet wurde. Der sogenannte Recessus Mellensis von 1651 regelte die Aufteilung des kirchlichen Vermögens und sicherte den Katholiken den Besitz der St.-Matthäus-Kirche sowie weiterer Gebäude wie des Vikars- und Küsterhauses zu.
Die Architektur der Kirche vereint romanische Ursprünge mit späteren gotischen Ergänzungen. Im Jahr 1974 erfolgte eine moderne Erweiterung durch einen zeltdachförmigen Anbau, der als neuer Gottesdienstraum dient. Die klaren Linien und die harmonische Materialwahl der Kirche schaffen eine ruhige, spirituelle Atmosphäre, die Besucher*innen immer wieder beeindruckt. Auch kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte profitieren von der besonderen Akustik und dem lichtdurchfluteten Innenraum.