Opernhaus am Hagenmarkt
Highlights
- Das Opernhaus am Hagenmarkt in Braunschweig war von 1690 bis 1861 das dritte öffentliche Opernhaus in Deutschland.
- Es wurde unter Herzog Anton Ulrich erbaut und zählte zu den wichtigsten Theatern des 18. Jahrhunderts.
- Hier fanden Uraufführungen bedeutender Werke wie Lessings 'Emilia Galotti' und Goethes 'Faust I' statt.
Tipps
- Das historische Ambiente des ehemaligen Opernhauses am Hagenmarkt lässt sich im Louis-Spohr-Saal noch heute erleben.
- Für einen besonderen Abend lohnt sich die Teilnahme an den Einführungen vor der Vorstellung.
- Das Staatstheater Braunschweig bietet ein vielfältiges Programm – von Oper über Schauspiel bis hin zu Konzerten.
Eigenschaften
Über Opernhaus am Hagenmarkt
Das Opernhaus am Hagenmarkt in Braunschweig ist ein Ort mit einer langen und bedeutenden Theatergeschichte. Ursprünglich im Jahr 1690 als herzogliches Opernhaus eröffnet, zählt es zu den frühesten öffentlichen Opernhäusern Deutschlands. Es entstand auf Initiative des kunstsinnigen Herzogs Anton Ulrich, der den Bau als Repräsentationsobjekt und Einnahmequelle verstand. Errichtet wurde es an der Stelle eines ehemaligen Rathauses im Hagen-Viertel und bot Platz für rund tausend Zuschauer. In seiner Blütezeit präsentierten hier herausragende Musiker und Komponisten ihre Werke, darunter Georg Caspar Schürmann, der maßgeblich zur Profilierung der Braunschweiger Oper beitrug.
Neben der Oper wurden bald auch Schauspiel und andere künstlerische Gattungen aufgenommen. So etablierte sich das Haus als vielseitige Spielstätte, die überregional Beachtung fand. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erlebte die Bühne bedeutende Uraufführungen, darunter Lessings „Emilia Galotti“ und Goethes „Faust I“. Diese Ereignisse unterstrichen die kulturelle Bedeutung des Hauses in der damaligen Zeit. Nach mehr als 150 Jahren musikalischer und dramatischer Tradition schloss das Opernhaus am Hagenmarkt im Jahr 1861 seine Pforten.
Heute trägt der Name am Hagenmarkt die Tradition des Theaters in Braunschweig weiter. Als modernes Staatstheater Niedersachsens vereint es fünf Sparten unter einem Dach: Schauspiel, Musiktheater, Tanz, JUNGES! Staatstheater sowie das Staatsorchester Braunschweig. Neben dem Großen und Kleinen Haus verfügt es seit 2017 mit dem Aquarium über eine zusätzliche, experimentelle Bühne im Obergeschoss des Kleinen Hauses. In den warmen Monaten wird zudem auf dem Braunschweiger Burgplatz eine Freilichtbühne errichtet, die mit rund 1.200 Sitzplätzen ein breites Publikum anspricht. Das Staatstheater gilt als kulturelles Zentrum der Region und wird sowohl vom Land Niedersachsen als auch von der Stadt Braunschweig gefördert.
Mit über 35 Premieren jährlich und einem vielfältigen Spielplan zieht das Theater ein breites Publikum an – von klassischen Opernliebhabern bis hin zu jungen Leuten, die sich für zeitgenössische und interaktive Formate interessieren. Besucher loben nicht nur die Qualität der Aufführungen, sondern auch die Gastfreundschaft und Infrastruktur des Hauses. Die enge Verzahnung von Tradition und Moderne macht das Staatstheater Braunschweig zu einem unverzichtbaren Teil der Kulturlandschaft in Niedersachsen.