Denkmal/Gedenkstätte

Viereckschanze am Hohmichele

88518 Herbertingen

Highlights

  • Der Hohmichele ist ein keltischer Fürstengrabhügel der späten Hallstattzeit mit 85 Metern Durchmesser und 13,5 Metern Höhe.
  • Östlich des Grabhügels wurde eine Viereckschanze archäologisch untersucht.
  • Die Funde im Hohmichele umfassen reich bestattete Gräber mit Wagen, Schmuck und Pferdegeschirr aus dem 7. bis 6. Jahrhundert v. Chr.

Tipps

  • Bei einem Besuch der Viereckschanze am Hohmichele lohnt sich der Rundweg entlang der Kelten Spuren mit informativen Infotafeln.
  • Der nahegelegene Hohmichele Grabhügel ist einer der größten keltischen Grabhügel Europas und leicht zu Fuß erreichbar.
  • In der Umgebung befinden sich weitere archäologische Fundstellen, darunter kleinere Grabhügel und die Heuneburg in Hundersingen.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Viereckschanze am Hohmichele

Die Viereckschanze am Hohmichele bei Herbertingen zählt zu den bedeutendsten keltischen archäologischen Fundorten in Baden-Württemberg. Gelegen im Landkreis Sigmaringen, stellt sie einen zentralen Bestandteil der keltischen Grabhügellandschaft dar, die um die nahegelegene Heuneburg entstand. Der Hohmichele selbst ist mit einem Durchmesser von 85 Metern und einer Höhe von 13,5 Metern einer der größten keltischen Grabhügel Mitteleuropas. Er diente als Familiengrab für die keltische Fürstenfamilie, die im beeindruckenden Zentrum der Heuneburg ihre Machtbasis unterhielt.

Die Viereckschanze liegt östlich des Hohmichele und gehört zu einer ganzen Gruppe von über 50 Grabhügeln in der Umgebung. Sie ist durch ihre charakteristische rechteckige Form und die umlaufenden Wallanlagen gekennzeichnet, wie sie für keltische Gutshöfe typisch sind. Diese Anlagen bieten Einblicke in das Leben und die religiösen Vorstellungen der Kelten, die hier über mehrere Jahrhunderte hinweg Bestattungen vornahmen. Die Grabungen in den 1930er Jahren brachten wertvolle Artefakte zutage, darunter Holzkammergräber mit reichhaltigen Beigaben wie Wagen, Pferdegeschirr, Bronzegefäßen, Glasperlen und Schmuck aus Bernstein.

Der Hohmichele und seine Umgebung sind über einen archäologischen Rundweg erschlossen, der Besucher*innen die Möglichkeit gibt, die Spuren der Kelten auf eindrucksvolle Weise zu verfolgen. Auf dem Gelände befinden sich mehrere Infotafeln, die die Funde und deren kulturellen Kontext erläutern. Die Hügellandschaft ist von Wald umgeben und lädt zu ruhigen Spaziergängen ein. Ein besonderes Element ist der Gedenkstein am Grabhügel, der sowohl an die keltischen Toten als auch an gefallene Forstmitarbeiter erinnert. Die Blütezeit der Lupinen im Frühsommer verleiht dem Ort ein zusätzliches Naturspektakel.

Die Forschungsgeschichte des Hohmichele ist eng mit dem Namen Gustav Riek verbunden, der die ersten systematischen Ausgrabungen unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten durchführte. Die Grabungen ergaben eine zeitliche Einordnung in die späte Hallstattzeit, wobei die Bestattungen über mehrere Generationen hinweg stattfanden. Die Viereckschanze selbst wurde bisher weniger intensiv erforscht, doch ihre räumliche Nähe zum Hohmichele und zur Heuneburg unterstreicht ihre Bedeutung als Teil eines komplexen keltischen Kulturlandschaftsverbundes. Die Kombination aus archäologischem Erbe, ruhender Naturlandschaft und kultureller Tiefe macht diesen Ort zu einem lohnenswerten Ziel für Interessierte der Urgeschichte.

Bewertungen

4,6 (1) 4.6 aus 1 Bewertung (Google)

Auf Google

4,6 (1) 4.6 · 1 Bewertung auf Google
Auf Google ansehen

In der Nähe

Wetter & Pollenflug am Standort

Wetter wird geladen…
7-Tages-Vorhersage…