Denkmal/Gedenkstätte

Kriegsgräberstätte Groß Fullen

Weststraße 9, 49716 Meppen

Highlights

  • Die Kriegsgräberstätte Groß Fullen in Meppen beherbergt 136 namentlich bekannte und etwa 1500 unbekannte sowjetische Kriegsgefangene.
  • Zudem ruhen hier 145 polnische Zivilisten, die nach 1945 in der Enklave Maczków starben.
  • Ein Teil der italienischen Militärinternierten wurde in den 1950er Jahren nach Hamburg-Öjendorf umgebettet.

Tipps

  • Beim Besuch der Kriegsgräberstätte Groß Fullen lohnt sich ein Abstecher mit dem Auto entlang der Baumreihe zur ehemaligen Straße zum Friedhof.
  • Der Friedhof beherbergt heute überwiegend sowjetische und polnische Kriegsopfer, teilweise in Massengräbern, sowie 145 polnische Zivilisten aus der Enklave Maczków.
  • Informationen zur Geschichte der Stätte und der Opfer sind im Dokumentationszentrum Emslandlager in Papenburg erhältlich.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Über Kriegsgräberstätte Groß Fullen

Die Kriegsgräberstätte Groß Fullen befindet sich im niedersächsischen Meppen im Landkreis Emsland. Sie dient als Ruhestätte für über 1500 sowjetische Kriegsgefangene, die während des Zweiten Weltkriegs inhaftiert waren und einem nationalsozialistischen Vernichtungslager nahe dem ehemaligen Emslandlager Fullen zum Opfer fielen. Neben den sowjetischen Soldaten ruhen hier auch 145 polnische Zivilisten, die nach 1945 in der polnischen Enklave Maczków (heute Haren/Ems) verstarben. Ursprünglich wurden auf dem Gelände auch italienische Militärinternierte bestattet, die später in den 1950er Jahren exhumiert und auf andere Friedhöfe umgebettet wurden.

Die Stätte liegt abseits des Zentrums von Meppen und ist über die ehemalige Lagerstraße erreichbar, die heute als gewöhnliche Verbindungsstraße genutzt wird. Die Umgebung ist geprägt von einer Baumreihe, die entlang des ehemaligen Weges zum Friedhof führt und einen stimmungsvollen Eingangsbereich bildet. Die Pflege des Geländes wird als mäßig wahrgenommen, dennoch bleibt der Ort ein Ort der Erinnerung und des Respekts. Besucher berichten, dass die Atmosphäre des Friedhofs ruhig und nachdenklich ist, geprägt von der historischen Bedeutung der Bestatteten.

Ein besonderes Projekt zur Erinnerungskultur ist die Initiative des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge mit dem Namen „Namensziegel“. Im Rahmen dieser Aktion haben Schülerinnen und Schüler der Anne-Frank-Schule in Meppen mehr als 160 Namen von sowjetischen Kriegsgefangenen recherchiert und auf Tonziegeln verewigt. Diese Ziegel sind in Metallgestellen auf der Kriegsgräberstätte aufgestellt, welche von Schülerinnen und Schülern der Berufsbildenden Schulen Meppen eigens dafür angefertigt wurden. Die Gestaltung der Gedenkstätte spiegelt somit nicht nur die historische Dimension wider, sondern auch die aktive Auseinandersetzung der jüngeren Generation mit der Vergangenheit.

Die Kriegsgräberstätte Groß Fullen ist Teil eines größeren Erinnerungsortes, der die Verbrechen des Nationalsozialismus im Emsland dokumentiert. Sie steht in direktem Zusammenhang mit dem ehemaligen Konzentrationslager Fullen und dem heutigen Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ) Emslandlager, das umfassende Informationen zu den historischen Ereignissen bietet. Die Stätte ist somit nicht nur als Friedhof, sondern auch als kultureller und historischer Bezugsort von Bedeutung.

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